Home  |  News  | Forum  |  Links  |  Kalender  | Glossar  | Frag astronews.com  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten
Home  : Nachrichten : Forschung : Artikel

 
GAMMA-RAY-BURSTS
Zwei Typen, zwei Ursachen
von Stefan Deiters
astronews.com
15. November 2000

Was Gamma-Ray-Bursts, jene energiereichsten Explosionen im Universum verursacht, darüber rätseln Astronomen bis heute. Jetzt glaubt ein amerikanischer Wissenschaftler, dass man nicht nur nach einer, sondern nach zwei Ursachen suchen muss: Kurze und lange Gamma-Ray-Bursts, da ist er sich nach Auswertung von mehreren Hundert dieser Gammastrahlen-Ausbrüche sicher, müssen einen unterschiedlichen Ursprung haben.  

Gamma-Ray-Burst, von denen an dieser Stelle schon viele Male berichtet wurde, werden von Astronomen gerne als die energiereichsten Explosionen im Universum nach dem Urknall bezeichnet. Und da wurmt es natürlich jeden Forscher, dass die Ursache dieser kurzzeitigen heftige Strahlungsausbrüche im Gammastrahlen-Bereich schon seit mehr als 30 Jahren im Dunkeln liegt. Nach der Analyse von mehreren Hundert Burst-Ereignisse glaubt nun Dr. Jay Norris vom NASA Goddard Space Flight Center, dass man bei der Ursachenforschung kurze Gamma-Ray-Bursts von unter zwei Sekunden Dauer und die längeren unterschieden muss. 

"Die Quelle der Gamma-Ray-Bursts ist eine der großen Geheimnisse der modernen Astronomie", erläutert Noris. "Aber nicht alle Gamma-Ray-Bursts müssen von der selben Quelle stammen. Es gibt mehr und mehr Hinweise darauf, dass die kurzen Bursts deutlich anders sind." Gamma-Ray-Bursts treten ohne Vorwarnung irgendwo am Himmel auf und können nur Bruchteile von Sekunden oder manchmal auch einige Minuten andauern. Aus Satellitenbeobachtungen weiß man, dass es im Schnitt mehrere dieser Strahlungsausbrüche am Tag zu geben scheint. Die gängige Theorien über ihre Entstehung vermuten die Verschmelzung von Neutronensternen oder Schwarzen Löchern sowie gewaltige Hypernova genannte Sternexplosionen.

Norris und sein Team haben sich nun angeschaut, welche Charakteristik die Strahlung hat, die von einem Gamma-Ray-Burst auf der Erde ankommt: Wie viele Pulse hat der Ausbruch und wie groß ist die Verzögerung zwischen Pulsen niedriger Energie und hoher Energie. Die Wissenschaftler fanden dabei signifikante Unterschiede zwischen langen und kurzen Gamma-Ray-Bursts.

Ein Problem ist, dass sich die kurzen Gamma-Ray-Bursts recht schwer beobachten lassen, da sie nur sehr kurze Zeit zu sehen sind und man bei ihnen - im Gegensatz zu den längeren Bursts - kein langsam schwächer werdendes optisches Gegenstück gefunden hat, aus dem man Rückschlüsse auf ihre Ursache ziehen könnte. "Wir wissen wirklich sehr wenig über kurze Gamma-Ray-Bursts", unterstreicht Teammitglied Jerry Bonell. "Wir haben bei ihnen kein Gegenstück im Optischen gefunden und sind so ausschließlich auf die Gammastrahlen-Daten angewiesen."

Die Wissenschaftler spekulieren, dass kurze Gamma-Ray-Bursts durch die Verschmelzung eines Doppel-Neutronensternsystems entstehen könnten - eine Theorie, die für lange Bursts etwas aus der Mode gekommen ist. Deutlich bessere Daten zur Untersuchung der kurzen Bursts erhoffen sich die Forscher vom unlängst gestarteten High-Energy Transient Explorer (HETE-2) und dem Swift-Satelliten, dessen Start im Jahr 2003 vorgesehen ist. 

Links im WWW
HETE-2, Projektwebseite
Swift, Projektwebseite
siehe auch
Gamma-Ray-Bursts: Eine Supernova als Auslöser - 3. November 2000
Gamma-Ray-Bursts: Ein Blitz im jungen Universum
- 19. Oktober 2000
HETE-2: Satellit soll Gamma-Ray-Bursts entdecken
- 4. Oktober 2000
Gamma-Ray-Bursts: Beobachtung mit Einsteins Hilfe
- 28. September 2000
Gamma-Ray-Bursts: Ursprung im Sternentstehungsgebiet
- 29. Juni 2000
Gamma-Ray-Bursts: Neues Fenster in frühe Universum
- 24. November 1999
Gamma-Ray-Bursts: Perfekte Heirat
- 30. September 1999
Gamma-Ray-Bursts: Weltweite Jagd nach GRB990510
- 21. Mai 1999
Gamma-Ray-Bursts: Spektakuläre Explosionen - 13. April 1999
Gamma-Ray-Bursts: Verlöschender Feuerball - 15. März 1999
Gamma-Ray-Bursts: Unerwartetes Mordsding - 1. Februar 1999
AstroLinks: Gammastrahlen-Astronomie
Suche | Kontakt | Hilfe
Nachrichten
Forschung
CoRoT: Ein relativ normaler Exoplanet

Stardust: Staubkörner von außerhalb des Sonnensystems?

Borexino: Erster Nachweis von Geoneutrinos

Raumfahrt
ISS: Drittes ATV soll Edoardo Amaldi heißen

ISS: Agenturchefs wollen Betrieb bis mindestens 2020

REXUS: Forschungsraketen erfolgreich gestartet

Sonnensystem
Jupiter: Das Innenleben des Großen Roten Flecks

Mars Express: Marsmond Phobos aus der Nähe

Cassini: Der innere Aufbau von Titan

Teleskope
Spitzer: Blick auf die urtümlichsten Schwarzen Löcher

La Silla: Eine kosmische Fledermaus im Orion

Herschel: Organische Moleküle im Orion-Nebel

Amateurastronomie
Vesta: Asteroid fast mit bloßem Auge sichtbar

Mond & Mars: Großer Mond trifft roten Planeten

IYA2009: Veranstalter in Deutschland ziehen positive Bilanz

Bookmarken bei
Diesen Artikel bookmarken bei Webnews Diesen Artikel bookmarken bei Mister Wong Diesen Artikel bookmarken bei Google Diesen Artikel bookmarken bei yigg.de Diesen Artikel bookmarken bei furl Diesen Artikel bookmarken bei del.icio.us Diesen Artikel bookmarken bei facebook
10 Jahre astronews.com
 
an.c Home | Nachrichten | AstroNews4U | AstroLinks | AstroGlossar | Frag astronews.com
Forum | Sternenhimmel | Startrampe | TV-Guide | Bild des Tages | Suche | Über uns
Impressum | Werbung
 | Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2010. Alle Rechte vorbehalten.  [ Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung ] W3C
 
Werbung
Werbung
Werbung