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KOSMOLOGIE
101 neue Galaxienhaufen entdeckt
von Stefan Deiters
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13. November 2000

Im Rahmen des Massive Cluster Survey (MACS) spürten Astronomen der Universität von Hawaii 101 bisher unbekannte riesige Galaxienhaufen auf. Die Neuentdeckung stellt eine Herausforderung für Kosmologen dar: Da manche der Haufen mehr als 5 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt liegen, müssen die Strukturbildungsprozesse im Universum deutlich früher begonnen haben als bisher angenommen. 

Galaxienhaufen
Ein neu entdeckter Galaxienhaufen in rund 6,3 Milliarden Lichtjahren Entfernung.  Foto: Universität von Hawaii

Galaxienhaufen sind die größten bekannten durch Gravitationskräfte zusammengehaltenen Strukturen im Universum. Normalerweise bestehen sie aus einigen Hundert bis Tausend Galaxien, von denen jede wiederum mehrere Milliarden Sterne enthält. "Der Massive Cluster Survey (MACS) war äußerst erfolgreich im Ausspüren von weit entfernten Galaxienhaufen", erläutert Harald Eberling von der Universität von Hawaii. "Die Vielzahl von Entdeckungen mit MACS bedeutet, dass es da draußen viel mehr dieser Systeme gibt, als wir bisher angenommen haben und das hat tiefgreifende kosmologische Konsequenzen."

MACS wird mit Hilfe von Archivdaten des deutschen Röntgensatelliten ROSAT  durchgeführt, der bis Ende 1998 Daten sammelte. Die Röntgendaten eignen sich recht gut zum Aufspüren von Galaxienhaufen, da man mit ihrer Hilfe das heiße Gas aufspüren kann, was diese in großen Mengen enthalten. Bisher wurden Dreiviertel der Daten ausgewertet und 101 entfernte Galaxienhaufen aufgespürt. Bisherige Suchen hatten nur wenige dieser Systeme entdeckt. Das führte Astronomen zu der Annahme, dass es im jüngeren Universum nicht so viele Galaxienhaufen gab und sie sich erst recht spät - etwa vor drei Milliarden Jahren - gebildet haben. 

Die Entdeckung von vielen Galaxienhaufen, die oft über fünf Milliarden Lichtjahre von uns entfernt sind, spricht nun dafür, dass sich diese Galaxienansammlungen viel eher gebildet haben, was Auswirkungen auf Theorien hätte, die sich mit der Entstehung von Strukturen im Universum beschäftigen. Und letztlich spielen die Ergebnisse auch eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Materiegehalts des Universums, der wiederum mit der kosmologischen Konstante und der Krümmung des Universums in Verbindung steht. 

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