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CHANDRA
Neuer Blick auf Cygnus A
von Stefan Deiters
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7. November 2000

Cygnus A ist die hellste Radioquelle am Himmel und als die uns am nächsten liegende mächtige Radiogalaxie bekannt. Doch auch für das NASA-Röntgenteleskop Chandra gibt es einiges zu sehen: So ist die gesamte Galaxie von einer Unmenge heißem Gas umgeben und zwei große Jets erzeugen eine Art Hohlraum im Gas, in dem die gesamte Galaxie Platz findet. 

Cygnus A
Das Chandra-Bild zeigt den großen Hohlraum (gelb/hell-orange) inmitten des heißen Gases um Cygnus A. Foto: NASA/CXC/A. Wilson et al.

"Das ist schon eine spektakulärer Aushöhlung im Gas, die von gewaltigen Jets erzeugt wurde", erläutert Andrew S. Wilson, Professor für Astronomie an der Universität von Maryland. "Wir werden hier Zeuge eines Kampfes zwischen der Anziehungskraft der Galaxie Cygnus A, die versucht das heiße Gas anzuziehen, und dem Druck des Materials, das durch die Jets beschleunigt wurde und das Gas nach außen drückt."

Die Jets, die für dieses spektakuläre Bild sorgen, werden durch das zentrale Schwarze Loch der Galaxie angetrieben, das Wissenschaftler im Zentrum von Cygnus A vermuten. Und ohne diese Jets würde die rund 700 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernte Galaxie deutlich anders aussehen: Man würde lediglich eine kugelförmige Region aus heißem Gas sehen, das langsam auf die Galaxie hinabsinkt. Durch die Jets ändert sich dieses Bild: Sie blasen die Gaswolke wie einen Ballon auf.

Cygnus A ist kein Einzelgänger: In der Umgebung der Galaxie befinden sich zahlreiche andere Galaxien, zwischen denen bis zu zehn Millionen Grad heißes Gas verteilt ist. Dieses recht dünne Gas bietet jedoch genug Widerstand, um die Teilchenstrom der Jets aus Cygnus A abzubremsen. Wo dies geschieht beobachten Astronomen dann Hot Spots genannte Bereiche die im Radio- und Röntgenbereich sehr hell erscheinen.

Das Team um Wilson ist besonders an diesen Hot Spots interessiert und will aus der Messung der Röntgenstrahlung herausfinden, wie stark die Magnetfelder an dieser Stelle sind. Bei kosmischen Jets handelt es sich ja um nichts anderes als um durch starke Magnetfelder gebündelte und beschleunigte Teilchenströme. "Nur aus den Beobachtungen im Radiobereich ist die Stärke des Magnetfeldes nicht abzulesen. Dieses Manko hat ein besseres Verständnis dieser Radioquellen in den letzten Jahrzehnten sehr behindert", erläutert Wilson die Rolle der Chandra-Beobachtungen. "Wenn man aber die Radiobeobachtungen mit den Röntgenbeobachtungen kombiniert, erhält man recht genaue Informationen über die Stärke des Magnetfeldes." 

Links im WWW
Chandra Xray Observatory Center
Chandra X-ray Observatory
, NASA-Seite zu Chandra
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