Home  |  Nachrichten  | Frag astronews.com  | Bild des Tages  |  Kalender  | Glossar  |  Links  | Forum  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten

astronews.com
astronews.com

Der deutschsprachige Onlinedienst für Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt

Home  : Nachrichten : Sonnensystem : Artikel

 
JUPITERMOND IO
Geheimnisvolle heiße Welt
von Stefan Deiters
astronews.com
27. Oktober 2000

Neue Bilder der NASA-Sonde Galileo zeigen eindrucksvoll, um was für eine eigentümliche Welt es sich bei dem vulkanischen Jupitermond Io handelt. Auch die Vulkane scheinen anders zu sein als ihre Pendants auf der Erde: Sie haben im Inneren eine deutlich höhere Temperatur.

Vulkanlandschaft auf Io
Die Vulkanlandschaft des Jupitermondes Io von der NASA-Sonde Galileo aus gesehen.  Foto: JPL/NASA

Dank des Spektrometers an Bord der NASA-Sonde Galileo konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass innerhalb der Vulkane des Jupitermondes deutlich höhere Temperaturen herrschen als in den Vulkanen auf der Erde. Zudem fanden sie dort überraschende Substanzen. Beim Vulkan Pele beispielsweise konnte man im Inneren Temperaturen von rund 1.500 Grad Celsius nachweisen. "Eine der interessantesten Fragen über Io ist: Werfen alle Vulkane auf Io so heißes Lava aus oder sind die meisten den Vulkanen auf der Erde ähnlich, deren Lava Temperaturen von rund 1.200 Grad hat", erläutert Dr. Rosaly Lopez-Gautier vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL). 

Vor den dichten Vorüberflügen der NASA-Sonde waren den Wissenschaftlern lediglich zwei heiße Io-Vulkane bekannt. Doch Galileo entdeckte, dass es deutlich mehr Regionen auf Io gibt, in denen hohe Temperaturen herrschen. Auf Io könnte es also viele kleine Vulkane geben, die ebenfalls heißes Lava auswerfen. Die detaillierten Galileo-Aufnahmen hielten noch weitere Überraschungen parat: So fanden die Wissenschaftler bei einem inaktiven Vulkan Ablagerungen von Schwefeldioxid, das eventuell sogar einmal flüssig war. Dazu müssten es, nach Berechnungen der Forscher, ursprünglich riesige Mengen gewesen sein, da normalerweise jede Flüssigkeit wegen der extrem dünnen Atmosphäre sofort verdampft.

An anderer Stelle entdeckten die Wissenschaftler eine Substanz, von der sie noch nicht genau wissen, um was es sich handelt. Sie vermuten nur, dass sie wahrscheinlich nicht im Lavastrom an die Oberfläche gelangt sondern eventuell direkt aus dem Vulkan hinausgeschleudert wird. Überraschend auch ein anderes Ergebnis: Io strahlt nach neuen Berechnungen pro Quadratmeter fünf mal mehr Wärme ab als beispielsweise die heißen Quellen im amerikanischen Yellowstone-Nationalpark. Das würde bedeuten, dass praktisch die gesamte Oberfläche aus Lava besteht, die noch so frisch ist, dass sie immer noch abkühlt.

Links im WWW
Galileo, Projekthomepage am JPL
siehe auch

Jupitermond Io: Hubble entdeckt erdähnliche Kruste - 10. Oktober 2000
Jupitermond Io: Farbspiele durch Schwefel
- 19. Mai 2000

Jupitermond Io: Prometheus gleicht Hawaii-Vulkan - 5. November 1999
Galileo: Blick auf Lavafeld am Pillan
- 25. Oktober 1999

AstroLinks: Jupiter

In sozialen Netzwerken empfehlen
 
Werbung
Werbung
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | astronews.com ist mir was wert | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
     ^ Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2017. Alle Rechte vorbehalten.  W3C

© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2017
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.


URL dieser Seite: http://www.astronews.com/news/artikel/2000/10