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ASTEROIDEN
Mehr erdnahe Asteroiden als gedacht
von Stefan Deiters
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25. Oktober 2000

Nach Untersuchungen des amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) könnte es deutlich mehr erdnahe Asteroiden geben, als man bislang angenommen hat. Statt etwa 750 bis 900 Asteroiden dürften mehr als 1.100 Felsbrocken mit mehr als einem Kilometer Durchmesser in Erdnähe um die Sonne kreisen. 

LINEAR
Das Teleskop des LINEAR-Projektes.  Foto: MIT Lincoln Laboratory

Die neuen Ergebnisse beruhen auf Arbeiten, die Scott Stuart vom MIT im Rahmen seiner Doktorarbeit durchführte und auf einem Treffen der amerikanischen astronomischen Gesellschaft in Pasadena vorstellte. Grundlage seiner Schätzung ist die Vermutung, dass die bislang gefundenen erdnahen Asteroiden (oder auch NEAs, für Near Earth Asteroids) nicht repräsentativ für alle vorhandenen NEAs sind. Das würde daran liegen, dass sich Asteroiden, deren Bahn in bestimmter Weise zur Bahnebene der Erde geneigt ist, leichter finden lassen, als andere Asteroiden. Und daher hätte man bislang diese bevorzugt entdeckt.

Die Forscher am Lincoln Laboratory des MIT schätzen nun, dass es deutlich mehr als 1.100 erdnahe Asteroiden geben dürfte, die einen Durchmesser von über einem Kilometer haben. Die bislang aktuellen Schätzungen gingen von einer Anzahl zwischen 750 und 900 dieser riesigen Felsbrocken im All aus. Interessanterweise ist die neue Abschätzung der MIT-Forscher der Zahl recht ähnlich, die schon der verstorbene Eugene Shoemaker aus der Anzahl der Einschlagkrater auf dem Mond errechnet hatte.

NEAs sind Objekte, die auf ihrer Bahn um die Sonne der Erde gefährlich nahe kommen können. Man nimmt an, dass ein Asteroid von einem Kilometer Durchmesser auf der Erde zu einer Katastrophe von globalem Ausmaß führen würde. Bis heute hat man allerdings noch keinen Asteroiden entdeckt, der sich auf einem Kollisionskurs mit unserem Heimatplaneten befindet. 

Und das liegt nicht etwa daran, dass man nicht intensiv nach diesen Bedrohungen aus dem All suchen würde: Schon seit längerer Zeit versuchen Astronomen einen möglichst vollständigen Katalog der erdnahen Asteroiden anzulegen. Dazu werden mit Teleskopen große Himmelsbereiche über einen langen Zeitraum abgesucht, um so Objekte aufzuspüren, die sich gegenüber dem Fixsternhimmel bewegen. Findet man so ein Objekt und kann seine Bahn über längere Zeit verfolgen, lässt sich der Orbit des Asteroiden berechnen und somit vorhersagen, wie nahe der Felsbrocken der Erde einmal kommen wird.

Eines dieser Teleskope betreibt das LINEAR (Lincoln Near Earth Asteroid Research)-Projekt am MIT, das rund 70 Prozent aller bislang entdeckten erdnahen Asteroiden aufgespürt hat. Es erlangte im Sommer zu einiger Berühmtheit, da es nicht nur Satelliten, sondern auch Kometen aufspürt, die dann den Namen des Projektes tragen. Der Komet LINEAR-S4 hatte sich im Juli und August bei seinem Weg um die Sonne aufgelöst. 

LINEAR hat bislang etwa 400 verschiedene erdnahe Asteroiden aufgespürt und damit einen entscheidenden Beitrag zum Ziel der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleistet, innerhalb der nächsten zehn Jahre 90 Prozent aller erdnahen Asteroiden mit mehr als einem Kilometer Durchmesser aufzuspüren. Auf den LINEAR-Funden beruhen auch die Abschätzungen über die Gesamtzahl von Asteroiden. Das LINEAR-Projekt verfügt über ein automatisches Teleskop in Neu-Mexiko und wird von US-Luftwaffe unterstützt. 

Links im WWW
LINEAR, Projekthomepage am MIT
siehe auch

AstroLinks: Asteroiden

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