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JUPITER
Hubble beobachtet kollidierende Stürme

von Stefan Deiters
astronews.com
24. Oktober 2000

Das Hubble-Weltraumteleskop betätigt sich auch als Wetterbeobachter: Eine internationale Gruppe von Astronomen konnte dank Hubble erstmals verfolgen, wie zwei riesige Stürme auf dem Jupiter zu einem noch größeren Sturm verschmelzen. Jeder der Stürme ist etwa halb so groß wie die Erde. 

Stürme auf Jupiter
Hubble-Aufnahmen riesiger Stürme auf dem Jupiter. Foto: JPL/NASA

"Normalerweise sind Stürme, die sich zu nahe gekommen sind, immer wieder voneinander abgeprallt", erläutert Dr. Glenn Orton vom NASA Jet Propulsion Laboratory, die Besonderheit der jetzt veröffentlichten Beobachtungen. Orton gehört zu einem Team von Wissenschaftlern aus Amerika, Spanien und Frankreich, das mit Hilfe von Hubble und bodengestützter Teleskope die ovalen Sturmsysteme auf dem Jupiter untersucht hat und seine Ergebnisse gestern auf einem Treffen im kalifornischen Pasadena vorstellte.

Die Wissenschafter glauben, dass eventuell auch der berühmte Große rote Fleck, ein Sturmsystem, das etwa doppelt so groß wie die Erde ist, durch einen solchen Verschmelzungsprozess entstanden sein könnte. Der Große rote Fleck besteht auf der südlichen Jupiterhalbkugel seit über 300 Jahren. Durch die Beobachtung der Kollision von zwei Stürmen hoffen die Astronomen mehr über die Dynamik der Jupiteratmosphäre zu erfahren, beispielsweise wie tief die Systeme in untere Schichten reichen.

Die drei großen, weißen ovalen Stürme wurden vor etwa 60 Jahren aktiv. Sie liegen südlicher als der Große rote Fleck und haben sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter aneinander angenähert, sich aber nie direkt berührt. Anfang 1998 kamen sich zwei der Systeme erneut recht nahe. Leider war der Jupiter dann eine zeitlang nicht zu beobachten, doch als er wieder ins Blickfeld kam, war ein Sturm verschwunden. "Damals waren wir nicht in der Lage die Kollision zu beobachten", erinnert sich Orton.

Im letzten Jahr näherten sich nun die beiden verbliebenen Sturmsysteme einander an: Beide hatten ungefähre einen Durchmesser von rund 9.000 Kilometern und die Winde wirbelten entgegen dem Uhrzeigersinn mit Geschwindigkeiten von rund 470 Kilometern pro Stunde. Ein kleines schwarz erscheinendes Sturmsystem, was eine andere Drehrichtung hat, hatte sich zeitweise zwischen den riesigen Stürmen gebildet. Vielleicht, so vermuten die Wissenschaftler, verhindern solche Systeme normalerweise die Kollision von Stürmen, doch diesmal hatte der kleinere Sturm keine Chance: Im März dieses Jahres begann der rund drei Wochen dauernde Verschmelzungsprozess, der als Ergebnis ein Sturmsystem zurückließ, das etwa ein Drittel größer war als die beiden Einzelstürme.

Die Kollision wurde nicht nur vom Hubble-Weltraumteleskop, sondern auch von diversen anderen Teleskopen in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen des Lichtes beobachtet, so dass die Astronomen hoffen, durch diese bislang einmalige Beobachtung einiges mehr über Jupiter und seinen Stürme zu erfahren. 

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