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EXTRASOLARE PLANETEN
Staubscheibe um Iota Horologii
von Stefan Deiters
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16. Oktober 2000

Im Juli letzten Jahres hatten Astronomen der Europäischen Südsternwarte ESO einen jupiterähnlichen Planeten auf einer Umlaufbahn um den Stern Iota Horologii entdeckt. Jetzt konnten die Wissenschaftler auch eine Staubscheibe in dem System nachweisen. Sie könnte den Forschern einiges über die Entstehungsgeschichte extrasolarer Planetensysteme verraten. 

Staubscheibe um Iota Hor
Die Aufnahme der Staubscheibe um Ioto Hor (oben) und das Bild eines Referenzsterns, der keine Staubscheibe aufweist (unten) Foto: ESO
Referenzstern ohne Staubscheibe

Die Entdeckung eines Planeten im Orbit um den 56 Lichtjahre entfernten Stern Iota Horologii sorgte vor gut einem Jahr für einige Aufregung. Zwar hatte der Trabant der entfernten Sonne mit der doppelten Masse des Jupiter recht wenig Ähnlichkeit mit unserer heimischen Erde, doch umkreiste er seine Sonne in einer recht erdähnlichen Umlaufbahn. Es war das erste Mal, dass man einen solchen Vertreter entdeckte. 

Staubscheiben um Sterne gelten gemeinhin als Brutstätte für neue Planeten, doch wie die Entwicklung von kleinsten Staubkörner über Planetisimale zu richtigen Planeten genau funktioniert und ob beobachtete Strukturen in diesen Scheiben etwas mit künftigen Planeten zu tun haben, ist bislang nicht ausreichend erforscht. Eine Antwort auf diese und noch einige andere damit zusammenhängende Fragen erhoffen sich die Wissenschaftler von der Beobachtung von Sternsystemen die beides aufweisen können: eine Staubscheibe und einen Planeten. 

Iota Horologii ist - zusammen mit wenigen anderen - eines dieser Kombisysteme. Zur Beobachtung nutzten Astronomen der europäischen Südsternwarte ein neues Instrument am 3,6 Meter-Teleskop in La Silla. Mit Hilfe des Adaptive Optics Near Infrared Systems (ADONIS) suchten sie nach Staub um den Stern. Hauptproblem dabei ist allerdings der Stern selbst: Sein Licht überstrahlt das reflektierte Licht der Scheibe bei weitem. Um dieses zu umgehen, behilft man sich mit einer Maske, die den Stern selbst ausblenden soll. Die bei Iota Horologii gewählte Maske blendete einen kreisförmigen Bereich von 17 astronomischen Einheiten (also rund 2,5 Milliarden Kilometer) aus.

Um nun das beobachtete Restlicht von Streulicht im Instrument zu unterschieden, wurde zusätzlich mit der gleichen Anordnung ein Stern aufgenommen, der keine Staubscheibe aufweist und dessen Bild einfach von der eigentlichen Aufnahme abgezogen wurde. Nach weiteren Auswertungen waren sich die Astronomen sicher, dass sie um Iota Horologii tatsächlich eine Staubscheibe ausmachen können, die bis in eine Entfernung von 10 Milliarden Kilometer vom Zentralstern reicht. Die Scheibe scheint außerdem dichter und größer zu sein als etwa die Ausdehnung des Staubs, den man in unserem eigenen Planetensystem ausmachen kann. 

Zukünftige Beobachtungen sollen den Wissenschaftlern nun noch mehr über die Eigenschaften der Scheibe verraten, wie etwa Temperatur, Größe und chemische Zusammensetzung der Staubkörner. Hoffnungen richten sich dabei vor allem auf das Very Large Telescope (VLT) in Paranal. Der im letzten Jahr entdeckte Planet ist auf dem Bild übrigens nicht auszumachen: Er liegt mit einer Entfernung von rund einer Astronomischen Einheit im verdeckten Bereich des Bildes. Sein Licht wäre zudem noch rund einige tausend Mal schwächer als das der Staubscheibe und er selbst damit nicht beobachtbar.  

Links im WWW
ESO, Europäische Südsternwarte
siehe auch
Extrasolare Planeten: Erdähnliche Bahn um Iota Hor - 30. Juli 1999
Ferne Welten
- Auf der Suche nach extrasolaren Planeten und außerirdischem Leben 
AstroLinks: Extrasolare Planeten
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