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JUPITERMOND IO
Hubble entdeckt erdähnliche Kruste
von Stefan Deiters
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10. Oktober 2000

Mit Hilfe des Hubble Weltraumteleskops untersuchten Wissenschaftler der Washington Universität in St. Louis die Eruptionen des Vulkans Pele auf dem Jupitermond Io. Ihr Ergebnis: Der Mantel des Jupitertrabanten, der als der vulkanreichste Körper im Sonnensystem gilt, gleicht in gewisser Hinsicht dem der Erde.

Io
Der Jupitermond Io von der NASA-Sonde Galileo aus gesehen.  Foto: NSSDC/NASA

Bei den Untersuchungen verwendeten die Forscher erstmals die mit einem Teleskop ermittelten chemische Daten, um die aktuellen inneren Vorgänge auf einem Körper des Sonnensystems zu ermitteln. Bemerkenswert dabei ist, dass sie mit ihrer Methode beispielsweise für die Temperatur des Magma auf dem Jupitertrabanten den selben Wert erhielten, den auch die NASA-Sonde Galileo zur Erde funkte. Das würde zeigen, so die Forscher in einer Presseerklärung, dass Beobachtungen aus dem Orbit der Erde durchaus mit teuren Weltraummissionen mithalten könnten.

Der Jupitermond Io gehört zu den vier großen Satelliten des Gasriesen Jupiter und ist in etwa so groß wie der Mond der Erde. Im Gegensatz zu diesem, gibt es auf ihm jedoch heftige vulkanische Aktivität. Mit Hilfe des Hubble Weltraumteleskops untersuchten die Wissenschaftler die Ausbrüche des großen Io-VuIkans Pele. Die Forscher analysierten die Spektren der ausgeschleuderten Gase und konnten darin unterschiedliche schwefelhaltige Verbindungen sowie Schwefeloxide feststellen.

Aus diesen Informationen konnten die Wissenschaftler auf andere Daten schließen: "Die gemessene chemische Zusammensetzung spiegelt durch recht einfache Berechnungen die Bedingungen im Inneren des Vulkan wider", erläutert der Planetenwissenschaftler Mikhail Zolotov. "Durch die Beobachtung des ausgeschleuderten Gases können wir so auf Temperatur, Druck und Konzentration anderer Stoffe im Schlot des Vulkans schließen."

Aus der Häufigkeit von Schwefelverbindungen und Schwefeloxiden folgerten die Forscher außerdem, dass es im Mantel des Mondes relativ wenig Eisen gibt. "Wenn es kein freies Eisen im Mantel gibt, könnte es starke Oxidationsprozesse und Veränderungen in der inneren Struktur von Io gegeben haben, vermutlich innerhalb der ersten Milliarde Jahre", so Zolotov. Und hier gäbe es auch eine Parallele zur Erde: "Ios Mantel hat etwa den selben Oxidationsgrad wie der Erdmantel." Grund für die Oxidation könnte - wie bei der Erde - Wasser gewesen sein, das mit Eisen reagiert und es quasi "rosten" lässt. Während der Sauerstoff das Eisen oxidiert, wird dann Wasserstoff frei. "Es ist daher gut möglich, dass auch auf dem Jupitermond Europa ähnliches passiert ist."

siehe auch

Jupitermond Io: Farbspiele durch Schwefel - 19. Mai 2000
Jupitermond Io: Prometheus gleicht Hawaii-Vulkan - 5. November 1999
Galileo: Blick auf Lavafeld am Pillan
- 25. Oktober 1999

AstroLinks: Jupiter

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