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HUBBLE HERITAGE PROJEKT
Sternentstehung in der Kleinen Magellanschen Wolke
von Stefan Deiters
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5. Oktober 2000

In diesem Monat veröffentlicht das Team des Hubble-Heritage-Projektes eine Aufnahme des Nebels N 81 in der Kleinen Magellanschen Wolke. Die detaillierte Aufnahme des Weltraumteleskop zeigte erstmals, dass es sich bei diesem Nebel unserer Satellitengalaxie um eine stellare Kinderstube handelt. Die Astronomen hoffen auf neue Erkenntnisse über die Entstehung massereicher Sterne. 

N 81 in der Kleinen Magellanschen Wolke

Hubble-Aufnahme von N 81 in der Kleinen Magellanschen Wolke. Foto: NASA und das Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
 Großansicht 

Die Kleine Magellansche Wolke liegt rund 200.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und ist nur von der Südhalbkugel aus zu sehen. Sie ist eine Satellitengalaxie der Milchstraße. Den Nebel, den das Hubble-Weltraumteleksop untersuchte, ist der 81. Nebel in einem Nebel-Katalog dieser Galaxie und trägt daher das Kürzel N 81. 

Im Inneren des Nebel befinden sich sehr massereiche Sterne, die sich erst vor kurzer Zeit gebildet haben und von denen starke Winde und Schockwellen ausgehen, die gewisse Bereiche des Nebels quasi aushöhlen. Die beiden größten Sterne im Zentrum von N 81 senden darüber hinaus ultraviolette Strahlung aus, was für das Fluorszieren des Nebels verantwortlich ist.

Außerhalb des heißen Gases befindet sich kälteres Material aus Wasserstoff-Molekülen und Staub. Normalerweise ist es nicht sichtbar, doch hebt es sich auf der Hubble-Aufnahme als dunkle Bänder und Knoten gegen den Nebel ab. Man nimmt an, dass die Sterne aus solchem kalten Material entstanden sind. 

Früher war den Astronomen nicht klar, ob sich innerhalb von N 81 nur einige wenige Sterne befinden oder ob es sich in Wirklichkeit um eine stellare Kinderstube handelt, in der es noch unzählige weitere nicht so massereiche junge Sterne gibt. Die Beobachtungen mit dem Hubble-Teleskop haben nun gezeigt, dass letzteres der Fall. Die Farbaufnahme zeigt deutlich einige dieser jungen heißen und weißen Sterne.

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Für die Wissenschaftler bietet sich durch die Beobachtung von N 81 die Möglichkeit, die Gegebenheiten bei der Entstehung von massereichen Sternen detailliert zu verfolgen. Die hellsten Sterne in dem Nebel dürften etwa wie 300.000 sonnenähnliche Sterne leuchten. Was die Kleine Magellansche Wolke besonders interessant macht, ist ihre chemische Zusammensetzung: In ihr findet sich - im Vergleich zu unserer Milchstraße - etwa nur ein Zehntel der Häufigkeit an schweren Elementen.

Das macht sie zu einem idealen Studienobjekt für die Sternentstehung in früheren Zeiten als es noch weitaus weniger schwere Elemente gab. Man geht heute davon aus, dass alle schweren Elemente erst durch die Kernfusionprozesse in Sternen entstanden sind und daher in der Frühphase des Universums - als etwa die ersten Sterne entstanden - deutlich andere chemische Bedingungen herrschten als heute.  

Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
Hubble Heritage Projekt
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