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PROJEKTE
DIVA-Förderer kreist nun um die Sonne
von Stefan Deiters
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19. September 2000

Wer Astronomen bei der Realisierung eines Projektes behilflich ist, kann als Asteroid enden. Dies geschah zumindest mit dem Mitbegründer des Softwarekonzerns SAP Dr. Klaus Tschira, der sich mit seiner gemeinnützigen Stiftung intensiv für die Entwicklung des Kleinsatelliten DIVA einsetzt. Als Dank gab nun ein Bonner Astronom dem von ihm entdeckten Asteroiden 13028 den Namen "KlausTschira". Er kreist zwischen Mars und Jupiter um die Sonne. 

Dr. Michael Geffert von der Bonner Universitätssternwarte hatte den Felsbrocken kürzlich auf Fotoplatten der Europäischen Südsternwarte entdeckt und vermessen. Das Privileg, als Entdecker den Namen für den Kleinplaneten vorzuschlagen, nutzt Geffert nun, um einem herausragenden Gönner eines Projektes zu ehren, an dem die Bonner Astronomen beteiligt sind. Die Klaus-Tschira-Stiftung unterstützt nämlich den Plan einer Reihe von deutschen Astronomen den Forschungssatelliten DIVA zu bauen, der Entfernungen, Helligkeiten, Farben und Bewegungen von rund 35 Millionen Sternen vermessen soll. Das Engagement der privaten Stiftung für dieses astronomische Weltraumprojekt ist in Deutschland - ganz im Gegensatz zur USA - bisher einmalig. So organisierte die Stiftung im Mai ein großes Benefizkonzert in Mannheim zu Gunsten des Projektes.

DIVA (für Deutsches Interferometer für Vielkanalphotometrie und Astrometrie) soll Daten liefern, von deren Analyse die Astronomen fundamentale neue Erkenntnisse erwarten, darunter auch, wie groß, wie alt und wie "schwer" das Weltall ist. DIVA soll dabei fünffach genauer messen als der bis 1993 betriebene erste und bisher einzige Satellit mit diesem Aufgabenbereich namens Hipparcos. Auch technisch ist dies eine Herausforderung: Während der Messungen darf sich die Messapparatur höchstens um wenige Atomdurchmesser verbiegen; deshalb können die Messungen nicht erdgebunden, sondern nur in der Schwerelosigkeit auf einem Satelliten durchgeführt werden. Und die Zeit drängt, da die internationale Konkurrenz auf diesem Gebiet sehr aktiv ist. So plant die amerikanische Weltraumbehörde NASA  den Full-sky Astrometric Mapping Explorer  (FAME), der im Jahr 2004 seine Arbeit aufnehmen könnte.

Der Asteroid "KlausTschira" ist einer von bislang etwa 15.000 bekannten Kleinplaneten. Ihre Gesamtzahl wird aber auf weit über 100.000 geschätzt. Die größten Asteroiden besitzen Durchmesser von einigen hundert Kilometern. Kleinplaneten und Kometen sind die einzigen Himmelskörper, die nach Personen benannt werden können. Während Kometen im Allgemeinen den Namen des Entdeckers tragen, werden die Kleinplaneten von der Internationalen Astronomischen Union auf Vorschlag des Entdeckers benannt.

Ob der Asteroid "KlausTschira" dem DIVA-Projekt Glück bringt, wird sich schon in einigen Wochen zeigen: Die Entscheidung, ob DIVA tatsächlich im Jahr 2004 starten kann, fällt voraussichtlich Ende September beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Bonn.

Links im WWW
DIVA, Projekthomepage
siehe auch
Projekte: Gute Chancen für DIVA - 22. November 1999
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