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Die Europäische Südsternwarte (ESO) veröffentlichte gestern eine Aufnahme des Omega-Nebels (M17) aus der sich Wissenschaftler neue Erkenntnisse über die Entstehung massereicher Sterne erhoffen. Dieses riesige Sternentstehungsgebiet in unserer Milchstraße ist rund 5.000 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Das Bild entstand nicht mit dem neuen Stolz der europäischen Astronomie, dem Very Large Telescope (VLT), sondern mit dem ESO 3,6-Meter New Technology Telescope (NTT) im chilenischen La Silla. Die Beobachtungen waren Teil eines Projektes zur Entdeckung und Beobachtung massereicher Sterne. Durch den relativ weiten Blick und die exzellente Bildqualität konnten die Astronomen gerade entstehende massereiche Sterne aufspüren und Spektren dieser recht seltenen Objekte aufnehmen. In unserer Milchstraße entstehen Sterne vor allem in sogenannten Riesen-Molekülwolken. Gerade entstehende massearme Sterne lassen sich dort relativ leicht entdecken, massereichere Vertreter machen da schon mehr Schwierigkeiten. Hauptgrund dafür ist, dass die Geschwindigkeit, mit der ein Stern die unterschiedlichen Phasen seines Lebens durchläuft, mit der Masse des Sterns zunimmt. Somit ist es besonders schwer, diese ohnehin selteneren Objekte gerade in der Entstehungsphase zu aufzuspüren. Gerade entstehende Sterne kann man nicht im sichtbaren Bereich des Lichtes beobachten: Der Staub in der Molekülwolke, in der die Sterne geboren werden, versperrt jeden Blick in diese galaktische Kinderstube. Daher behilft man sich mit Infrarot und Millimeter-Beobachtungen dieser Objekte, da diese Strahlung den Staub durchdringen kann. Massereiche Sterne sind für die Astronomen besonders deswegen interessant, weil sie eine Schlüsselrolle in der Entwicklung einer Galaxie spielen: Durch ihr recht kurzes Leben (eine Million Jahre im Vergleich zu mehreren Milliarden Jahren für sonnenähnliche Sterne) und ihr dramatisches Ende als Supernova reichern sie den interstellaren Raum mit Gas und Staub und damit mit schweren Elementen an. Bei der Entstehung dieser massereichen Sterne ist noch so manche Frage offen: Ähnelt ihre Geburt der sonnenähnlicher Sterne oder läuft sie grundsätzlich verschieden ab und sind diese Objekte gar das Produkt von Verschmelzungen vieler Sterne im Inneren eines sehr dichten Sternhaufens? Mit Beobachtungen wie denen am NTT versuchen die Wissenschaftler Antwort auf diese Fragen zu finden. Auf dem Bild sind besonders junge und durch Staub verborgene Sterne an ihrer rötlichen Farbe zu erkennen, blauere Objekte sind massereiche, entwickeltere Sterne oder Sterne im Vordergrund. Der Sternhaufen im linken oberen Teil des Fotos liegt so tief im Nebel, dass er auf Aufnahmen im sichtbaren Bereich des Lichtes nicht erkennbar ist. Auf dieser Infrarot-Aufnahme ist er hingegen deutlich zu sehen.
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