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VERY LARGE TELESCOPE
Geschafft: First Light für viertes VLT-Teleskop
von Stefan Deiters
astronews.com
5. September 2000

Das Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte ist fast fertig: In der Nacht vom 3. auf den 4. September machte auch das vierte VLT-Teleskop Yepun die ersten astronomischen Beobachtungen. Damit arbeiten nun alle vier Teleskopeinheiten auf dem chilenischen Paranal-Gipfel. Nebenbei gab die ESO auch bekannt, dass Yepun in der Sprache der Mapuche nicht - wie bisher veröffentlicht - Sirius bedeutet, sondern wahrscheinlich Venus.

First Light-Aufnahme von YEPUN
Eine kombinierte Aufnahme der ersten astronomischen Bilder, die mit dem vierten VLT-Teleskop Yepun gemacht wurden. Sie zeigt den Planetarischen Nebel Hen 2-428. Foto: ESO

Das Bild ist vielleicht nicht sonderlich atemberaubend, doch Astronomen aus aller Welt dürften jahrelang dieser Aufnahme entgegengefiebert haben. Ihnen dürfte vermutlich auch egal gewesen sein, dass es sich bei dem beobachteten Objekt um den etwa 6.000 bis 8.000 Lichtjahre entfernten Planetarischen Nebel Hen 2-428 handelt. Viel wichtiger ist, dass es das erste Bild war, das mit der vierten Teleskopeinheit des VLT gemacht wurde: In der Nacht vom 3. auf den 4. September hatte Yepun, so der Name des Teleskops, sein First Light.

Mit diesem Ereignis sind nun alle Teleskopeinheiten auf dem Gipfel des chilenischen Bergs Paranal in Betrieb: Antu hatte sein First Light im Mai 1998, Kueyen im März 1999 und Melipal im Januar diesen Jahres. Mit den Bildern, die während dieser First Light-Nächte gemacht werden, soll zum ersten Mal die Leistungsfähigkeit des neues Teleskops beurteilt werden. Und beim vierten Ereignis dieser Art auf dem Paranal war es fast schon Routine: "Nicht schlecht" und "sehr schön" waren dann auch die ersten Kommentare, als die Bilder auf dem Computerschirm der Wissenschaftler auftauchten.

Die ESO-Generaldirektorin Catherine Cesarsky war beeindruckt von der Bildqualität, die das Teleskop schon jetzt am Anfang einer längeren Einrichtungsphase einreichte. Mit diesem Tag, sei die erste große Phase des VLT-Projektes zu einem guten Ende gekommen, meinte sie. Jetzt gilt es die vier Teleskope zusammenzuschalten: In der Mitte nächsten Jahres soll das VLT Interferometer sein First Light haben. Dabei wird das Licht zweier Teleskopeinheiten kombiniert.

Rechtzeitig zum First Light von Yepun hat die ESO auch einen Übersetzungsfehler korrigiert: Im März letzten Jahres hatten die vier Teleskope Namen aus der Sprache der Ureinwohner jener Region, der Mapuche, bekommen: Antu (die Sonne), Kueyen (der Mond) und Melipal (das Kreuz des Südens). Das vierte Teleskop wurde Yepun getauft, was mit "Sirius" übersetzt wurde. Ein Fehler offenbar: Recherchen ergaben nun, das Yepun sehr wahrscheinlich "Venus" bedeutet. Die Unklarheiten über die Bedeutung des Wortes dürften, so die ESO, auch damit zu tun gehabt haben, dass Astronomie vermutlich nicht die wichtigste Angelegenheit der Mapuche war - zumindest nicht in der letzten Zeit. 

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