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PLANETARISCHE NEBEL
Wie ein schlüpfender Schmetterling
von Stefan Deiters
astronews.com
1.September 2000

Dank der detaillierten Bilder des Hubble-Weltraumteleskop konnten europäische Astronomen die Entstehung eines Planetarischen Nebels beobachten: Das Objekt CRL 618 entwickelt sich gerade von einem Roten Riesen zu dieser farbenprächtigen Endphase im Leben eines Sterns. Für die Wissenschaftler eine einmalige Gelegenheit ihre Theorien zu überprüfen.

CRL 618
Hubble-Aufnahmen von CRL 618, einem gerade entstehenden Planetarischen Nebel. Foto: ESA, A. Tielens (Kapteyns Astronomical Institute)
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Das Objekt CRL 618 ist den Wissenschaftlern schon seit vielen Jahren bekannt, aber erst dank des hohen Auflösungsvermögens von Hubble konnten sie Details in der Struktur erkennen, die viel über die Prozesse verraten, die zur Entstehung von Planetarischen Nebeln führen. CRL 618 ist ein sogenannter Proto-Planetarischer Nebel. Das bedeutet, dass er sich gerade in einer Übergangsphase von einem Roten Riesen zum planetarischen Nebel befindet. Verborgen im Zentrum des Objektes dürfte sich ein Stern befinden, der einmal unserer Sonne ähnlich war, und der jetzt durch eine dichte Staubwolke verborgen ist. An einigen Stellen ist die Staubwolke aber dünner, so dass Licht entkommen kann und das vom Stern ausgestoßene Material erleuchtet.

Der Nebel präsentiert sich auf den Hubble-Bild als sehr komplexe Struktur mit Jet-ähnlichen Gasströmen, deren Geschwindigkeit - so ergaben frühere Beobachtungen - über 700.000 Kilometer pro Stunde beträgt. Außerdem sind Strukturen zu erkennen, die wie Rauchringe aussehen. Sie könnten entstanden sein, als das in Intervallen ausgestoßene Gas auf schon vorhandenes Material traf.

Die Phase in der sich CRL 618 zur Zeit befindet, dürfte nur wenige hundert Jahre dauern. Dann werden stärkere stellare Winde das den Stern verhüllende Material wegblasen und so einen wunderschönen schmetterlingsartigen Planetarischen Nebel entstehen lassen. Proto-Planetarische Nebel sind für die Astronomen eine hervorragende Gelegenheit zu überprüfen, ob ihre Theorien wie Planetarische Nebel entstehen wirklich etwas mit der Realität zu tun haben. Und die zahlreichen im Nebel sichtbaren Strukturen und die Art, wie das Material ins All geschleudert wird, gibt den Theoretikern einiges zu denken.

Proto-Planetarische Nebel sind oft symmetrisch und eine Erklärung für ihr Aussehen könnte ein Doppelsternsystem im Inneren sein, das zusammen mit einem eventuell vorhandenen Planetensystem und starken Magnetfeldern für die Bündelung des Gases in die starken Jets sorgt. "Wir glauben, dass die Jets, die man in der Hubble-Aufnahme sieht, für die komplizierteren Strukturen verantwortlich sein könnten, die man in entwickelteren Planetarischen Nebeln beobachtet", erläutert Alexander Tielens vom Kapteyn Astronomischen Institut in den Niederlanden. "Vielleicht rotieren die Jets und malen so eine Struktur in das Gas. Der Stern scheint die Jets zu benutzen, um die Schmetterlingsstruktur aus ihrem Kokon herauszuschneiden, für die Planetarische Nebel berühmt sind. Wenn das so ist, sehen wir - dank des hohen Auflösungsvermögens von Hubble - wie sich die Teile eines größeren Puzzles langsam zusammenfügen."

Links im WWW
Hubble-Seiten der ESA
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
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