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OBSERVATOIRE DE L'HAUTE PROVENCE
Tübinger Astrophysiker zieht es nach Südfrankreich
von Stefan Deiters
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30. August 2000

Nicht nur Sternenfreunde wissen: Das Wetter in Deutschland ist manchmal zum Verzweifeln. Und besonders für Astronomen, die auf sternenklare Nächte angewiesen sind, ist dies ein Problem. Die Astrophysiker der Universität Tübingen haben nun die Konsequenz gezogen und bauen gerade ein kleines Teleskop in Südfrankreich. Gesteuert werden soll es über das Internet. 

Seit 1943 finden französische Astronomen am Observatoire de l'Haute Provence (OHP) in St. Michel, hundert Kilometer nördlich von Marseille, ideale Beobachtungsverhältnisse vor. Von den dort möglichen rund dreihundert sternenklaren Nächten pro Jahr konnten die Tübinger Astrophysiker rund um Prof. Hanns Ruder bisher nur träumen. Und zusätzlich hatten sie noch mit Licht aus Wohnungen oder Straßenlaternen, sogenanntem Lichtsmog, zu kämpfen, was ihre Beobachtungen nochmals erschwerte. Da sieht es in der beinahe menschenleeren Region rund um das OHP schon anders aus: Dort herrscht nachts fast völlige Dunkelheit und somit beste Bedingungen für die astronomische Forschung. 

Der Großteil der Teleskope am OHP jedoch ist bereits recht betagt. Umso größer war die Freude von Jean-Pierre Sivan, dem Direktor des Observatoriums, mit dem 60-Zentimeter-Spiegelteleskop der Tübinger nach 32 Jahren wieder ein neues Gerät begrüßen zu dürfen: "Ein neues Teleskop ist für uns Astronomen fast wie ein neues Kind", so Sivan zur Einweihung der Tübinger Außenstelle. Der wichtigste Teil, der Spiegel, wird zwar erst im Oktober geliefert, doch bereits jetzt sind die Arbeiten an Aufhängung und Steuerung in vollem Gange. Denn das Teleskop soll nicht nur vor Ort betrieben werden. Mit Hilfe des Internets wird es künftig auch möglich sein, das Gerät von Tübingen aus zu steuern. Eine Digitalkamera nimmt die Bilder auf und überspielt sie weltweit auf die Computer interessierter Forscher. Die nötigen Programme und Elektronikbausteine werden zur Zeit von den Astrophysikern der Uni Tübingen entwickelt. Erste Beobachtungen, so hoffen sie, werden Ende des Jahres möglich sein. 

Dann wird das kleine Teleskop gleich an einem wichtigen Forschungsprojekt teilnehmen können: In einem internationalen Verbund mit anderen Observatorien rund um den Erdball soll es dann schnelle Helligkeitsänderungen Weißer Zwergsterne untersuchen. Zudem wird es der astronomischen Ausbildung von Studenten zur Verfügung stehen, wobei die Universität Tübingen auch auf die Zusammenarbeit mit ihrer Partneruniversität der Université de Provence in Aix und Marseille setzt.  

Dass alles über das Internet steuerbar sein soll, wird vermutlich manchen - auf eine nette Studienreise hoffenden - Astronomiestudenten enttäuschen. Der Rektor der Universität Tübingen zeigte hierfür während der Einweihung Verständnis: Man solle die technische Perfektion der Fernsteuerung nicht übertreiben. Schließlich müsse der Charme der Haute Provence auch in Zukunft eine Reise wert sein.

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