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JUPITERMOND EUROPA
Neue Hinweise auf Wasser unter der Oberfläche
von Stefan Deiters
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28. August 2000

Amerikanische Wissenschaftler haben neue Indizien für einen Ozean unter der eisigen Oberfläche des Jupitermondes Europa. Die Hinweise basieren auf Magnetfeldmessungen der Raumsonde Galileo und stellen den bisher stärksten Beweis für flüssiges Wasser auf dem Jupitertrabanten dar. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Science.

Jupitermond Europa
Wasser unter der eisigen Kruste des Jupitermondes Europa? Wissenschaftler fanden neue Hinweise. Foto: NASA/JPL/NSSDC

Schon seit längerem wird vermutet, dass der viertgrößte Satellit des Gasriesen Jupiter unter seiner eisigen Kruste große Mengen von Wasser versteckt. Und da Wasser nun einmal die Grundlage für jede Form bisher bekannten Lebens ist, wurde der Jupitermond schon immer als ein möglicher Ort für primitives Leben gehandelt. Die jüngsten Hinweise auf Wasser auf Europa basieren auf Messungen, die mit Hilfe des Magnetometers an Bord der Sonde Galileo im Januar gemacht wurden.

"Die Richtung in die eine Kompassnadel auf Europa zeigen würde ändert sich und das lässt sich am besten mit einer Schicht aus elektrisch leitendem Material, wie etwa Salzwasser erklären, die sich unter dem Eis befindet", erläutert Dr. Margaret Kivelson von der Universität von Kalifornien die Ergebnisse ihres Teams. "Wir haben gute Gründe anzunehmen, dass die Oberflächenschichten aus flüssigem oder gefrorenem Wasser bestehen." Darauf hätten auch schon frühere Gravitationsmessungen hingewiesen, die auf eine mit Wasser vergleichbare geringe Dichte hinweisen. "Aber Eis ist kein guter Leiter und daher glauben wir eher an einen flüssigen Ozean."

Die Raumsonde Galileo hat den Jupitermond mehrfach besucht und dabei schon mehrere Hinweise auf einen verborgenen Ozean ausmachen können. So deuten bestimmte Oberflächenstrukturen auf dessen Existenz hin. Das Problem der bisherigen Beweisführung war allerdings, dass diese Strukturen auch durch einen urzeitlichen Ozean erklärt werden können, der heute gar nicht mehr vorhanden sein muss. Die jüngsten Daten des Magnetometers sind die ersten Hinweise darauf, dass es heute immer noch einen Ozean unter der eisigen Oberfläche geben könnte. 

Sicher ist dies allerdings selbst mit diesen Messungen nicht, da auch sie nur einen indirekten Hinweis auf Wasser liefern. Das Team machte sich dabei die Tatsache zu Nutze, dass sich Europa im Magnetfeld des Jupiter bewegt. Gibt es eine elektrisch leitende Schicht auf dem Mond, sollte dort durch das Magnetfeld ein Strom induziert werden, der wiederum für ein sekundäres Magnetfeld auf dem Mond sorgt. Nun ändert sich aber die Richtung des Jupitermagnetfeldes mit der Position des Mondes und während der Vorbeiflüge der Sonde in den Jahren 1996 und 1998 hatte das Magnetfeld des Gasriesen auf Europa eine andere Orientierung als im Januar diesen Jahres. 

Kivelson und ihr Team versuchten nun eine Vorhersage zu machen, wie unter diesen Bedingungen und unter der Voraussetzung, dass es eine unterirdische Salzwasser-Schicht auf Europa gibt, das sekundäre Magnetfeld des Mondes aussehen müsste. Und in der Tat hat Galileo das gemessen, was die Wissenschaftler vorhergesagt hatten. "Das ist schon ein sehr starker Hinweis darauf, dass das Magnetfeld von einer stromleitenden Schicht unter der Oberfläche kommt", so Kivelson. 

Links im WWW
Galileo, Projekthomepage am JPL
 
siehe auch

Jupitermond Europa: Bodenfalten auf der Oberfläche entdeckt - 15. August 2000
Jupitermond Europa:
Galileo-Crash zum Schutz? - 3. Juli 2000
Jupitermond Europa: Neue Beweise für Ozeane
- 11. Januar 2000
Galileo: Prosit Neujahr Europa!
- 6. Januar 2000
Jupitermond Europa: Leben ist, wo man es findet - 14. Dezember 1999
Mond Europa: Traum aller Blondinen - 26. März 1999
AstroLinks: Jupiter

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