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DEEP SPACE 1
Und läuft, und läuft, und läuft ...

von Stefan Deiters
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17. August 2000

Die kleine Raumsonde Deep Space 1, die mit einem modernen Ionenantrieb arbeitet, hat einen bemerkenswerten Rekord aufgestellt. Der futuristische Antrieb hat mittlerweile eine Betriebsdauer von über 200 Tagen hinter sich - mehr als jeder andere Antrieb in der Geschichte des amerikanischen Raumfahrtprogramms. 

Deep Space 1
Die Sonde Deep Space 1. Darstellung: JPL/NASA

Dabei ist schon der Ionenantrieb an Bord von Deep Space 1 an sich ein Rekordhalter: Kein anderer Antrieb nutzt den Treibstoff besser aus als das kleine Triebwerk. Mit über 200 Tagen Betriebszeit kommt nun noch ein weiterer Rekord hinzu, die aber im Laufe der Mission der Sonde noch auf über 580 Tage ausgedehnt werden könnte.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Triebwerken stößt der Ionenantrieb nur einen leicht bläulich schimmerndes Band aus. Dabei handelt es sich um ionisierte Xenon-Atome, die im Antrieb auf rund 100.000 Kilometer pro Stunde beschleunigt und dann ins All ausgestoßen werden. Dieses sorgt für einen fast unmerklichen Schub, der in etwa vergleichbar mit dem Druck ist, den ein Blatt Papier auf eine Handfläche ausübt. Doch über eine lange Zeit hinweg kann dieser geringe Schub eine Raumsonde auf beachtliche Geschwindigkeiten bringen: Deep Space 1 soll am Ende der Mission auf etwa 11.000 Kilometer pro Stunde beschleunigt haben.

"Der neue Antrieb öffnet uns das Sonnensystem für viele aufregende Missionen in der Zukunft, die mit herkömmlichen Antrieben nicht möglich oder zu kostspielig gewesen wären", so Dr. Marc Rayman, Projektmanager für Deep Space 1. Durch den geringen Treibstoffverbrauch muss die Sonde nämlich weniger Treibstoff mitführen, was wiederum zu Kosteneinsparungen beim Starten führt. Außerdem erzeugt der Antrieb pro Kilo Treibstoff die zehnfache Menge an Schub, so dass man - wenn man lange genug wartet - auch größere Geschwindigkeiten als mit herkömmlichen Antrieben erreichen kann.

Der Verbrauch von Treibstoff an Bord von Deep Space 1 ist in der Tat verschwindend gering: Die Sonde benötigt pro Tag gerade einmal 100 Gramm Xenon. Der Ionenantrieb, so futuristisch er auch erscheinen mag, ist so neu nicht: Schon 1970 wurde mit dem NASA Space Electric Rocket Test 2 eine Sonde in eine Erdumlaufbahn geschickt, deren Ionenantrieb rund 161 Tage funktionierte. Satelliten nutzten Ionenantriebe schon zur Korrektur ihrer Bahn.

Deep Space 1 hatte seine Hauptaufgabe eigentlich schon im letzten Jahr erfüllt: Zwölf neue Technologien an Bord, das Ionentriebwerk ist eine davon, wurden erfolgreich getestet. In einer erweiterten Mission war die Sonde dann auf einen Rendezvous-Kurs mit zwei Kometen geschickt worden. Im November letzten Jahres hatte der Hauptsensor der Sonde versagt, so dass eine komplett neue Software überspielt werden musste, die eine der Kameras an Bord zur Orientierung nutzt. So wieder fit gemacht, befindet sich Deep Space 1 jetzt auf einem Rendezvouskurs mit dem Kometen Borrelly, den die Sonde im September 2001 erreichen soll.

Links im WWW
Deep Space 1, Projekthomepage am JPL
siehe auch
DS1: Spektakuläre Rettungsaktion - 11. Juli 2000
DS1: Einsatzbereit auch ohne Star Tracker?
- 27. Januar 2000
DS1: Völlig losgelöst von der Erde
- 19. Mai 1999

Antrieb für die Zukunft
- 7. April 1999
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