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JUPITERMOND EUROPA
Bodenfalten auf der Oberfläche entdeckt
von Stefan Deiters
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15. August 2000

Auf detaillierten Aufnahmen, die die Raumsonde Galileo vom Jupitermond Europa gemacht hat, haben amerikanische Wissenschaftler Bodenstrukturen ausgemacht, die Faltengebirgen wie etwa den Appalachen in Nordamerika gleichen. Die Entdeckung könnte ein seit 20 Jahren bestehendes geologisches Geheimnis des Jupitertrabanten lösen helfen.

Europa
Auf diesen Bilder der NASA-Sonde Galileo haben Wissenschaftler Anzeichen von Bodenfalten auf der eisigen Oberfläche von Europa gefunden. Foto: NASA/JPL/Johns Hopkins University Applied Physics Lab./ Brown University

In der jüngsten Ausgabe des amerikanischen Wissenschaftsmagazins Science berichten Louis Prockter vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins Universität und sein Kollege Robert Pappalardo von der Brown Universität über die Entdeckung von gebirgsähnlichen Geländestrukturen, die direkte Rückschlüsse auf die geologische Geschichte des Jupitermondes zulassen. Die Aufnahmen, auf denen die Forscher die Formationen identifizierten, wurden am 26. September 1998 von der NASA-Sonde Galileo gemacht.

"Von den Voyager-Bildern wussten wir, dass die Oberfläche von Europa ständig gedehnt wurde und neues Material durch die entstandenen Spalten nach oben drang", erläutert Prockter. Wo dieses Material dann aber geblieben ist, konnte bisher nicht geklärt werden. "Nun haben wir aber endlich Stellen gefunden, wo das eisige Oberflächenmaterial zusammengedrückt wird und das sollte uns helfen, zu verstehen, wie Europa sich entwickelt und der Mond seine Oberfläche verändert."

Aufgefallen sind die Faltenstrukturen den Wissenschaftlern erstmals in einer Region in der man viele Brüche in der Oberfläche erkennen kann. In der Nähe dieser Brüche entdeckten sie kleine Strukturen, die man gewöhnlich bei Faltengebirgen wie etwa den nordamerikanischen Appalachen antrifft. Die Ausrichtung dieser Falten passt gut zu den anderen Geländestrukturen, wie etwa den Brüchen in der Oberfläche, die auf die Gravitationswirkung des Jupiter zurückzuführen sind. Die Faltenstrukturen selbst, so glauben die Wissenschaftler könnten zehn aber auch einige hundert Meter hoch sein und dürften sich über 25 Kilometer erstrecken. 

Die Eigenschaften der Faltenstrukturen  lässt auch Rückschlüsse auf die Oberfläche selbst zu: Danach liegt unter einer dünnen und brüchigen Schicht eine beweglichere, Gletschereis-ähnliche dicke Schicht. Die Falten blieben lange Zeit unentdeckt, weil es Europa offenbar gelang, sie gut versteckt zu halten: Die Falten könnten nämlich, so eine These der Wissenschaftler, mit der Zeit wieder verschwinden und dabei wieder einiges Material in die Tiefe nehmen. Ähnliche Strukturen haben die Forscher noch in zwei weiteren Regionen des Jupitertrabanten entdeckt und wollen außerdem nicht ausschließen, dass auch andere Eismonde ein ähnliches Verhalten zeigen - entdeckt hat man solche Strukturen allerdings noch auf keinem anderen Mond. 

Links im WWW
Galileo, Projekthomepage am JPL
 
siehe auch

Jupitermond Europa: Galileo-Crash zum Schutz? - 3. Juli 2000
Jupitermond Europa: Neue Beweise für Ozeane
- 11. Januar 2000
Galileo: Prosit Neujahr Europa!
- 6. Januar 2000
Jupitermond Europa: Leben ist, wo man es findet - 14. Dezember 1999
Mond Europa: Traum aller Blondinen - 26. März 1999
AstroLinks: Jupiter

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