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MUSES-C
Neuer Starttermin, neuer Asteroid
von Stefan Deiters
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9. August 2000

Der bisher für den Juli 2002 geplante Start des japanisch-amerikanischen Gemeinschaftsprojekts MUSES-C wird um rund fünf Monate verschoben. Und auch das Ziel der Mission wurde geändert: Jetzt soll MUSES-C den Asteroiden 1998 SF36 anfliegen und Gesteinsprobe zur Erde zurückbringen. An Bord der Sonde wird auch ein Nano-Rover der NASA sein, der nicht größer ist als eine Handfläche.

Bei dem Gemeinschaftsprojekt zeichnen die Amerikaner im wesentlichen für den kleinen Rover verantwortlich, während die Japaner die Startrakete sowie die Raumsonde zur Verfügung stellen werden. Hier lag auch der Grund für die Verschiebung des Starts: Bei der Bereitstellung der japanischen M5-Rakete war es zu Verzögerungen gekommen.

Durch den neuen Starttermin wird nun auch ein anderer Asteroid angesteuert: Statt 4660 Nereus soll MUSES-C (was für Mu Engineering Spacecraft C steht) nun den Asteroiden 1998 SF36 besuchen, der sich alle 1,5 Jahre einmal um die Sonne bewegt. Ende März 2001 sowie Ende Juni 2004 wird 1998 SF36 der Erde bis auf 6,4 beziehungsweise zwei Millionen Kilometer nahe kommen, so dass zu dieser Zeit intensive Beobachtungsprogramme geplant sind. MUSES-C soll dann im September 2005 sein Ziel erreichen, dort etwa drei Monate bleiben und im Juni 2007 zur Erde zurückkehren.

Die Raumsonde wird mit einem Ionenantrieb ausgestattet sein, womit MUSES-C über lange Zeit eine beträchtliche Geschwindigkeit erreichen kann. Auch für die Rendezvous-Manöver mit dem Asteroiden soll dieses Triebwerk genutzt werden. Das Raumschiff soll zunächst sein Ziel in einer Höhe von 20 Kilometern überfliegen und es dabei kartieren sowie verschiedene Messungen machen. Nach etwa einem Monat ist dann geplant, dass MUSES-C mit Hilfe kleiner herkömmlicher Triebwerke langsam auf dem Asteroiden landet.

Kurz vor dem Aufsetzen wird die Sonde den kleinen MUSES-CN-Rover (das N steht hier für Nasa) auf dem Asteroiden absetzen. Beim Landen schließlich soll ein kleines Geschoss abgefeuert werden, das sich in das Innere des Asteroiden bohrt und auf diese Weise das Sammeln einer Gesteinsprobe ermöglicht. Der kleine Nano-Rover verspricht in der Geschichte der Raumfahrt alle Rekorde zu brechen: Noch nie ist ein so winziges Fahrzeug zur Erkundung eines fremden Himmelskörpers eingesetzt worden: Der Rover soll ungefähr ein Kilogramm wiegen und passt in eine Handfläche. An Bord hat er Kameras, die im sichtbaren Bereich des Lichtes und auch im nahen Infrarot Aufnahmen machen können.

Der kleine Rover soll dann auf dem Asteroiden umherfahren und Aufnahmen von der Oberfläche machen. Diese sendet er zunächst zur Raumsonde, die diese dann zur Erde weiterleitet. Da es wegen der geringen Gravitationskraft leicht vorkommen kann, dass der Rover einmal umkippt, ist geplant, ihn von allen Seiten mit Solarzellen auszurüsten, so dass er immer seine Motoren zum Wiederaufrichten nutzen kann. 

Ungefähr zwei Monate soll MUSES-C auf dem Asteroiden bleiben und sich dann auf den Weg zurück zur Erde machen. Kurz vor dem Eintritt in die Erdatmosphäre wird die Kapsel mit den Gesteinsproben von dem Raumschiff abgestoßen und es selbst auf einen Kurs von der Erde weggelenkt um einen Absturz zu vermeiden. Die Kapsel mit den Proben soll dann - durch einen Fallschirm gebremst - im Westen der Vereinigten Staaten niedergehen.

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