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JUPITER
VLT-Beobachtungen bestätigen neuen Jupitermond
von Stefan Deiters
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7. August 2000

Mit Hilfe zweier Teleskope der Europäischen Südsternwarte (ESO) gelang zwei Astronomen Ende Juli die erneute Beobachtung des erst kürzlich identifizierten Jupitermondes S/1999 J1. Dank der neuen und detaillierteren Daten ist jetzt auch endgültig geklärt, dass es sich bei dem Objekt tatsächlich um den 17. Mond des Gasplaneten handelt.

S/1999 J1
Drei überlagerte VLT-Aufnahmen des neuentdeckten Jupitermondes zeigen die Bewegung des Mondes am Himmel. Foto: ESO

Die Entdeckung des neuen Jupitermondes wurde erst am 20. Juli durch das Minor Planet Center (MPC) der Internationalen Astronomischen Union (IAU) bekannt gegeben. Die Daten, auf denen die Berechnung des Orbits basierten, stammten aus dem Oktober und November des letzten Jahres und während des gesamten Frühjahrs war der nur schwer erkennbare Jupitermond nicht zu beobachten. Doch die Zeit drängte: Mit jedem Tag ohne aktuelle Daten wurde die Vorhersage für die Position des Objektes am Himmel ungenauer und damit das Wiederfinden des Mondes unwahrscheinlicher.

So mussten die Astronomen schnell handeln, als Ende Juli Jupiter mitsamt seinen Monden wieder zu beobachten war. Da passte es nur zu gut, dass in dieser Zeit gerade Brett Gladman vom Observatoire de la Cote d'Azur Beobachtungszeit zur Suche nach Kometen und Asteroiden an zwei ESO-Teleskopen zugeteilt bekommen hatte: Und tatsächlich konnte Gladman am 25. Juli kurz vor Sonnenaufgang S/1999 J1 mit dem 2,2 Meter Teleskop in La Silla beobachten. 

Drei Tage später versuchten Gladman und sein Kollege Hermann Boehnhardt von der ESO erneut ihr Glück: Diesmal am ersten Teleskop Antu des Very Large Teleskop (VLT). Dank der Beobachtungen in La Silla wussten die Astronomen nun genau, wo sie nach dem Jupitermond suchen mussten und konnten sogar beobachten, wie sich der Mond am Himmel bewegte. Dank dieser Beobachtungen kann nunmehr auch mit Sicherheit davon ausgegangen werden, dass es sich bei S/1999 J1 tatsächlich um einen Jupitermond handelt. 

Der Mond bewegt sich in einer mittleren Entfernung von rund 24,2 Millionen Kilometern um den Gasplaneten und braucht dafür 768 Tage. Vermutlich handelt es sich bei S/1999 J1 nicht um einen "natürlichen" Jupitersatelliten, sondern um einen Felsbrocken, der nach der Entstehung des Jupiter von der Gravitationskraft des Planeten in eine Umlaufbahn um Jupiter gezwungen wurde. Der neue Mond hat einen Durchmesser von nur zehn bis 15 Kilometern, was im zum kleinsten der bekannten Jupitermonde macht. Wenn noch weitere Beobachtungen vorliegen, dürften die Entdecker einen Namen für den neuen Mond vorschlagen, der - der Tradition entsprechend - aus der griechischen Mythologie kommen wird.

Links im WWW
Europäische Südsternwarte (ESO)
siehe auch
Jupiter:Nach mehr als 20 Jahren neuen Mond entdeckt - 24. Juli 2000
AstroLinks: Jupiter
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