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KOMETEN
Ausbruch auf LINEAR-S4
von Stefan Deiters
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28. Juli 2000

Der Komet LINEAR-S4 dürfte viele Amateur-Astronomen enttäuscht haben - ein Wissenschaftler-Team hingegen ist begeistert: Amerikanische Astronomen beobachteten den Kometen genau in dem Augenblick mit dem Hubble-Weltraumteleskop, als er einen Teil seiner Eiskruste ins All schleuderte.  

LINEAR-S4
Der Komet LINEAR-S4 am 5., 6 und 7. Juli. Foto: NASA, H. Weaver and P. Feldman (Johns Hopkins University), M. A'Hearn (University of Maryland), C. Arpigny (Liege University), M. Combi (University of Michigan), M. Festou (Observatoire Midi-Pyrenees), and G.-P. Tozzi (Arcetri Observatory)

"Wir hatten einfach ungeheures Glück", sagte Harold Weaver von der Johns Hopkins Universität. "Dieser schwächelnde Komet hat uns plötzlich gezeigt, was für ein Schauspiel möglich gewesen wäre. Der Komet LINEAR war nämlich ansonsten nicht so hell wie wir eigentlich gehofft hatten." Doch dafür wurden Weaver und sein Team entschädigt: Als sie Anfang Juli den Kometen mit dem Hubble-Weltraumteleskop beobachteten, sahen sie plötzlich wie seinen Helligkeit kurzzeitig größer wurde. Er hat, so vermuten die Astronomen, ein Stück seiner Eiskruste ins All geschleudert, das später sogar im Schweif des Kometen auszumachen war.

Für diesen Ausbruch des Kometen kann es verschiedene Gründe geben: So könnte beispielsweise eine Bereich des Kometen zum ersten Mal dem Sonnenlicht ausgesetzt gewesen und dann sehr schnell verdampft sein. Oder aber unterhalb der Oberfläche hat sich ein Druck durch verdampfendes Gas aufgebaut und schließlich einen Teil der Kruste abgesprengt. Es könnte sich aber auch um ein Kometisimal gehandelt haben, eines jener hausgroßen Bausteine, aus denen die Kometenkerne bestehen sollen. 

Die Beobachtung des Ausbruchs war ein unvermuteter Bonus für die Astronomen, die eigentlich die chemische Zusammensetzung des Kometen untersuchen wollten. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass LINEAR-S4 über deutlich weniger Kohlenmonoxid verfügt als andere Kometen. Dies könnte darauf hindeuten, dass der Komet deutlich näher an der Sonne entstanden ist und durch die dortigen Temperaturen das Kohlenmonoxid vernichtet wurde. Später muss er dann in die eisige Kälte der Oort'schen Wolke geschleudert worden sein, von wo er uns jetzt besucht hat.

Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
siehe auch
Kometen: LINEAR-S4 vor dem Maximum - 20. Juli 2000
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