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CHANDRA
Brauner Zwerg mit Überraschung
von Stefan Deiters
astronews.com
13. Juli 2000

Dank seiner relativen Nähe zur Erde gehört der Braune Zwerg LP 944-20 zu den wohl am besten untersuchten Vertretern seiner Art. Trotzdem konnte er unlängst Astronomen gehörig überraschen: Das NASA-Röntgenteleskops Chandra registrierte plötzlich ein helles Aufleuchten im Röntgenbereich.

LP 944-20
Während der ersten neun Stunden und 36 Minuten der Beobachtung wurde keine Röntgenstrahlung beim Braunen Zwerg LP 944-20 entdeckt (oben), doch das änderte sich plötzlich (unten).  Foto: NASA
LP 944-20

Braune Zwerge sind Objekte, die in ihrer Entwicklung irgendwie zu kurz gekommen sind: Auf dem besten Wege eine Sonne zu werden, war bei ihrer Geburt nicht ausreichend Gas da, um einen Stern entstehen zu lassen, bei dem die nuklearen Brennprozesse im Inneren zünden. Im Englischen werden die Objekte daher auch gerne misslungene Sterne - failed stars - genannt.

Das NASA-Röntgenteleskop Chandra beobachtete nun einen dieser Vertreter namens LP 944-20 über insgesamt zwölf Stunden. Und zunächst sah alles danach aus, als würde der Braune Zwerg keinerlei Röntgenstrahlung aussenden. Nach neun Stunden und 36 Minuten allerdings änderte sich das plötzlich: LP 944-20 flackerte im Röntgenbereich auf. "Wir waren geschockt", erzählte Dr. Robert Rutledge vom California Institute of Technology in Pasadena. "Wir haben nicht erwartet ein solches Aufleuchten bei einem so leichten Objekt zu sehen. Da hat wirklich eine Maus gebrüllt."

So erhoffen sich die Wissenschaftler aus dieser Entdeckung grundlegend neue Erkenntnisse über diese extrem massearmen Objekte zwischen Sonnen und Planeten. Die Energie, die bei dem Aufleuchten frei wurde, dürfte in etwa der einer kleinen solaren Eruption entsprochen haben und rund eine Milliarde mal größer gewesen sein als die Röntgeneruptionen, die man beim Jupiter beobachtet. Als Ursache für das Aufleuchten vermuten die Wissenschaftler Magnetfelder. Die Entdeckung würde somit auch dafür sprechen, dass Braune Zwerge und auch jungen Riesenplaneten über ein Magnetfeld verfügen.

LP 944-20 ist rund 500 Millionen Jahre alt und hat eine Masse, die etwa dem 60fachen der Jupitermasse entspricht. Der Braune Zwerg - gelegen im südlichen Sternbild Fornax oder "Chemischer Ofen" - hat einen Zehntel des Sonnendurchmessers und ist dank seiner relativen Nähe von nur 16 Lichtjahren einer der am besten studierten Vertreter seiner Art. Auch die neun Stunden, in denen LP 944-20 gar keine Röntgenstrahlung abstrahlte, enthielten für die Astronomen wichtige Informationen: Daraus konnten sie ablesen, bis wann überhaupt Braune Zwerge ständig Röntgenstrahlung ausstrahlen - oder eben nicht.

Links im WWW
Chandra Xray Observatory Center
Chandra X-ray Observatory
, NASA-Seite zu Chandra
siehe auch
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- 12. Mai 2000
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