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HUBBLE HERITAGE PROJEKT
Der Jet von M87
von Stefan Deiters
astronews.com
6. Juli 2000

Einmal im Monat veröffentlicht das Team des Hubble-Heritage-Projektes eine besonders schöne und oftmals extra aufbereitete Aufnahme, die das Hubble-Weltraumteleskop gemacht hat. In diesem Monat steht eine Riesengalaxie im Virgo-Galaxienhaufen im Mittelpunkt - oder besser: ihr gewaltiger kosmischer Jet.

Der Jet von M87
Der Jet von M87. Foto: NASA und das Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
M87 - oder auch NGC 4486 - sieht auf den ersten Blick wie eine ganz gewöhnliche elliptische Riesengalaxie aus, von denen es viele im rund 50 Millionen Lichtjahre entfernten Virgo-Galaxienhaufen gibt. Doch schon im Jahr 1918 bemerkte ein Astronom einen ungewöhnlichen gebündelten Strahl, der aus dem Zentrum der Galaxie zu kommen schien. Mit Hilfe von Radioteleskopen konnte man in den 50er Jahren feststellen, dass dieser sogenannte Jet mit einer extrem starken Radioquelle, nämlich Virgo A, und eben M87 zusammenhing.

Inzwischen glaubt man verstanden zu haben, was diesen gebündelten Energiestrahl bewirkt: Im Zentrum von M87 vermuten die Wissenschaftler ein sehr massereiches Schwarzes Loch, das wohl in der Zwischenzeit mehr als das zwei Milliardenfache der Masse unserer Sonne verschlungen haben dürfte. Gas und Sternenüberreste spiralen in einer scheibenförmigen Struktur in das Schwarze Loch. In dieser Scheibe gibt es extreme Magnetfelder. An bestimmten Stellen können Teilchen aus der Scheibe entkommen und bilden - durch die Magnetfelder gebündelt - den bläuliche Jet.

Wegen seiner relativen Nähe gehört der Jet von M87 zu den am besten untersuchten Jets. Etwas Ungewöhnliches sind diese Erscheinungen allerdings nicht: Wo immer Schwarze Löcher in Galaxienzentren Gas und Staub aus ihrer Umgebung verschlingen, können Jets entstehen. Sogar um junge Sterne herum hat man ähnliche Erscheinungen finden können, wenngleich diese Jets wesentlich kleiner und energieärmer sind. 

Der Schwarm von Punkten, die man um das Zentrum von M87 erkennt, sind keineswegs Sterne: Selbst das Hubble-Weltraumteleskop kann in dieser Entfernung keine Einzelsterne mehr auflösen. Die sternenähnlichen Gebilde sind in Wirklichkeit Sternhaufen, die ihrerseits aus Hunderttausenden von Sternen bestehen. 

siehe auch
Kosmische Jets: Blick ins Entstehungsgebiet - 28. Oktober 1999
Links im WWW
Original Fotos und Pressemitteilung des STScI
die aktuellsten HST Bilder, Übersicht des Space Telescope Science Instituts
Hubble Heritage Projekt
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