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MILCHSTRASSE
Deuterium vom Urknall entdeckt
von Stefan Deiters
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5. Juli 2000

Nur 30 Lichtjahre vom Zentrum unser Galaxis entfernt spürten amerikanische Astronomen eine beträchtliche Menge von Deuterium auf. Entstanden ist diese seltene Form des Wasserstoff vor sehr langer Zeit - vermutlich in den ersten Minuten nach dem Urknall. 

Die Entdeckung in der rund 25.000 Lichtjahre entfernten Wolke Sagittarius A gelang den Astronomen mit Hilfe eines Zwölf-Meter-Radioteleskops auf dem Kitt Peak in Arizona. Damit spürten sie ein Molekül auf, das das seltene Deuterium, auch schwerer Wasserstoff genannt,  enthält. Die Existenz von Deuterium im Zentrum der Milchstraße war schon lange vorhergesagt worden, aber erst jetzt gelang den Astronomen das genaue Verhältnis von Deuterium zu normalen Wasserstoff zu bestimmen: Sie fanden ein Teilchen Deuterium auf eine Millionen Teilchen Wasserstoff. Was sich nach recht wenig anhört, ist etwa eine Millionen Mal mehr als sie an dieser Stelle erwartet hatten.

Durch den Vergleich der Häufigkeit von Deuterium mit den bekannten Häufigkeiten anderer Elemente wie etwa Lithium oder Sauerstoff konnten die Astronomen ausschließen, dass das Deuterium an Ort und Stelle entstanden ist. Es muss, so die Vermutung, aus Wolken stammen, die aus sogenannter primordialer Materie bestehen, das ist Materie, die seit dem Urknall unverändert geblieben ist. Diese Wolken könnten aus dem Halo unserer Galaxis oder aber aus dem intergalaktischen Raum gekommen sein.

Die Häufigkeit von Deuterium ist besonders aus einem Grund für Astronomen interessant: Theoretische Modelle vom Urknall und der darauffolgenden Elemententstehung sagen eine bestimmte Häufigkeit von Deuterium voraus, das nach Ansicht vieler Wissenschaftler nur im Urknall entstanden sein kann. Kennt man den Deuteriumgehalt lassen sich diese Theorien überprüfen und andere Vorhersagen machen. Die jetzt veröffentlichten Werte stützen die Vermutung, dass nur wenige Prozent des Materiegehalts des Universum in Form von normaler Materie vorliegen. 

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