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CLUSTER II
Kosmisches Quartett vor dem Start
von Stefan Deiters
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4. Juli 2000

Die erste CLUSTER-Mission schaffte 1996 auf Anhieb den Sprung in die Hauptnachrichtensendungen. Glücklich war darüber allerdings keiner: Beim Jungfernflug der Ariane 5 waren alle Satelliten zusammen mit der Rakete explodiert. Doch das CLUSTER-Team bleib am Ball und am 15. Juli sollen nun die ersten beiden der insgesamt vier Satelliten zur Erforschung der Magnetosphäre von Baikonur aus starten. 

Endlich, werden viele deutsche Wissenschaftler denken, wenn am  15. Juli gegen 15.40 Uhr MESZ die erster beiden CLUSTER-Satelliten an Bord einer Sojus-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus ins All geschossen werden. Einen Monat später wird dann ein weiteres Satellitenduo folgen. Und für die beteiligten Gruppen ist schon jetzt klar, dass CLUSTER 2 ein weiterer Meilenstein in der Erforschung des erdnahen Weltraums sein wird.

CLUSTER ist ein internationales Projekt der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA. Und auch deutsche Institute sind mit dabei: Bei zwei der jeweils elf Instrumenten lag die Federführung in Deutschland, bei zwei weiteren waren deutsche Wissenschaftler beteiligt. Die wissenschaftlichen Instrumente sind auf allen vier Satelliten des kosmischen Quartetts identisch. 

Die CLUSTER-Satelliten sollen in erster Linie den Schutzmantel der Erde untersuchen - das Magnetfeld. Es schirmt uns gegen den kontinuierlich von der Sonne kommenden Teilchenstrom, den sogenannten Sonnenwind, weitgehend ab. Durch das Magnetfeld wird der Sonnenwind an der Erde vorbeigelenkt und nur in den Polarregionen, von denen die Feldlinien der Magnetosphäre ausgehen, können Sonnenwindteilchen bis in die irdische Atmosphäre vordringen. Man sieht sie dann als Polarlichter.  Kommt es zu starken Sonnenstürmen kann die Magnetosphäre so gestört werden, dass Polarlichter auch in südlicheren Breiten zu sehen sind. Und damit nicht genug: Auch Funkverkehr oder elektrische Einrichtungen können dann gestört werden. 

Hinter die Geheimnisse der Magnetosphäre sollen nun die vier CLUSTER-Satelliten kommen:  Um zeitliche und räumliche Veränderungen zu messen, soll mit vier identische Satelliten beobachtet werden, die im All nach Möglichkeit den gleichen Abstand zueinander haben. Neben grundlegenden Erkenntnissen über das Erdmagnetfeld und seine Schutzfunktion soll auch die Vorhersage für das sogenannte Weltraumwetter, also die Störungen durch Sonnenwind, verbessert werden.

Links im WWW
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