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Gamma-Ray-Bursts gehören zu den großen Mysterien der modernen Astronomie, da bis heute ungeklärt ist, was diese gewaltigen Strahlungsausbrüche eigentlich verursacht. Europäische Astronomen könnten nun dank des Hubble-Weltraumteleskops einen entscheidenden Schritt weitergekommen sein: Sie spürten einen Gamma-Ray-Burst in einem Sternentstehungsgebiet auf.
Gamma-Ray-Bursts beschäftigten die Astronomen schon seit Ende der 60er Jahre. Und erst seit kurzer Zeit sind sich die Wissenschaftler weitgehend einig, dass die Quelle dieser vermutlich - nach dem Urknall - energiereichsten Explosionen im Universum in den meisten Fällen im sehr weiter Entfernung liegt. Da die Gamma-Ray-Bursts jeweils nur für kurze Zeit aufflackern, ist eine zuverlässige Lokalisierung der Quelle im optischen Bereich relativ schwierig. Im Falle des Gamma-Ray-Bursts GRB980425 allerdings, der - wie die Nummerierung verrät - am 25. April 1998 aufleuchtete, hatten die Astronomen Glück: Er fand in relativer Nähe zu uns statt - in einer Entfernung von nur 125 Millionen Lichtjahren. Und auch noch aus einem anderen Grund war GRB989425 ungewöhnlich: Er dürfte schwächer als andere Bursts gewesen sein und einen Tagen später leuchtete an der selben Stelle eine sehr helle Supernova auf. Es ist klar, dass diese beiden Ereignisse viele Astronomen in ihren Bann zogen und zahlreiche Gruppen verfolgten, wie die Supernova langsam verlöschte. Am 12. Juni nun nutzten europäische Astronomen das Hubble-Weltraumteleskop um die Muttergalaxie von Burst und Supernova genauer unter die Lupe zu nehmen. Dank der relativen Nähe von ESO 184-G82 gelangen Aufnahmen, die detaillierter und schärfer waren als anderen entsprechenden Versuche, die Muttergalaxien der Bursts zu beobachten. ESO 184-G82 präsentierte sich den Europäern als eine Spiralgalaxie, in der zur Zeit in vielen sogenannten Sternentstehungsgebieten neue Sterne geboren werden. Zudem finden sich unzählige Wasserstoffwolken sowie zahlreiche Regionen in denen sich junge heiße Sterne befinden. Dass der Burst nicht sonderlich stark war, könnte sich als weitaus bedeutender erweisen, als die Wissenschaftler zunächst glaubten: "Wenn dieser Burst in größerer Entfernung von uns passiert wäre, hätten wir ihn vermutlich gar nicht bemerkt," erläutert Stephan Holland vom dänischen Zentrum für Astrophysik mit dem HST. "Es könnte also sein, dass Gamma-Ray-Burst in unterschiedlichen Stärken auftreten und wir die schwächeren halt bisher nicht entdeckt hatten." Hoffnung haben die Astronomen auch, dass ihnen die Kombination aus Supernova und Gamma-Ray-Burst helfen könnte, den Ursprung der Bursts zu erklären. Die meisten Wissenschaftler glauben nämlich mittlerweile, dass beide Ereignisse die selbe Quelle haben. Dafür spricht auch, dass schon bei zwei anderen Burst-Ereignissen, die Verbindung zu einer Supernova-Explosion hergestellt wurde. Burst und Supernova lagen in einer aktiven Region in einem Spiralarm der Galaxie. Man erkennt Wasserstoffgas und zahlreiche helle Rote-Riesen-Sterne sowie eine kompakte Strahlungsquelle, die wohl ein Überrest der Supernova, sein aber auch mit einem Sternhaufen im Hintergrund zu tun haben könnte. Die Supernova dürfte auf einen Stern von rund 40 Sonnenmassen zurückgehen. Wegen seiner großen Masse hat er nur eine relativ kurze Lebenszeit. Die Wissenschaftler glauben nun, dass eventuell dieser Stern für die Supernova und den Gammastrahlen-Ausbruch verantwortlich sein könnte: Er könnte als sogenannte Hypernova explodiert sein. Sollte sich der Zusammenhang zwischen Sternentstehungsgebieten und Gamma-Ray-Bursts bestätigen, wäre dies auch aus kosmologischer Sicht interessant. "Dank ihrer Helligkeit hätte man dann nämlich auch Indikatoren für Sternentstehung am anderen Ende des Universums", so Jens Hjorth von der Universität von Kopenhagen.
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