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MARS
Mars-Ozeane glichen denen der Erde
von Stefan Deiters
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26. Juni 2000

Die letzte Woche hielt für Fans des roten Planeten einige Überraschungen bereit: Zunächst gab die NASA die Entdeckung  relativ junger Spuren von flüssigem Wasser auf dem Mars bekannt. Und am Freitag verkündeten Forscher der Arizona State University, dass die Analyse eines Marsmeteoriten eine Ähnlichkeit der Ozeane auf Erde und Mars ergeben hätte. 

Nakhla Meteorit
Des Nakhla Meteorit. Foto: Arizona State University

Seit Jahren sammelten Sonden Beweise für urzeitliche Ozeane auf dem Mars, doch bisher konnte niemand etwas über die Zusammensetzung dieser Meere sagen. Das änderte sich am vergangenen Freitag: Durch die Analyse eines 1,2 Milliarden alten Marsmeteoriten kamen Wissenschaftler der Arizona State University  zu der Schlussfolgerung, dass sich die Ozeane von Mars und Erde nicht so sehr unterschieden haben. Die Forscher hatten dazu die Existenz von wasserlöslichen Ionen im Nakhla-Meteoriten nachgewiesen, der während eines Meteorschauers 1911 im nördlichen Ägypten gefallen war. 

"Wir kamen am Ende zu dem Ergebnis, dass wir Salze aus dem Meteoriten extrahiert hatten, die ursprünglich im Wasser des Marsozeans gelöst waren", erläutert Carleton Moore, Professor für Chemie und Geologie an der Arizona State University. Das Ergebnis gelang nach einer Studie, bei der Moore den Ionengehalt von Marsmeteoriten in der recht großen Meteoritensammlung der Universität untersuchte. Begonnen hatte er das Projekt, als ihm eine 15 Jahre alte Forschungsarbeit über den Chlor und Schwefelgehalt von Gesteinen aus dem ganzen Sonnensystem auffiel. Bei einigen Meteoriten fand sich damals ein relativ hoher Chlorgehalt, bei anderen ein niedriger. "Als wir uns das näher ansahen, stellte sich heraus, dass alle Meteoriten mit einem hohen Gehalt an Chlor vom Mars stammten," so Moore.

Durch die Untersuchung anderer Marsmeteoriten durch andere Forschergruppen, die auf mögliche Lebensspuren schließen ließen und die Existenz von Salz auf dem Mars für möglich hielten, kam Moore schließlich auf die Idee, die nun zum Erfolg führte: "Vielleicht stammte das Chlor in unserem Meteoriten aus Salz und dieses eben von Salzwasser, das in das Marsgestein eindrang, aus dem der Meteorit stammt."

Die Analyse der Wissenschaftler ergab, dass es wohl tatsächlich Salzwasser war, durch das das Chlor in den Meteoriten kam. Die Elemente mit der höchsten Konzentration waren Natrium- und Chlorid-Ionen - genau  wie im Meerwasser auf der Erde. Nur in einem schien sich das Marswasser von den Erdozeanen unterschieden zu haben: Im Nakhla-Meteoriten fand sich deutlich mehr Kalzium als im Meerwasser der Erde. Dieses könnte, so Moore, allerdings auch auf Lebewesen in der Weltmeeren zurückzuführen sein, durch die Kalzium aus dem Meer entfernt wurde.

Am erstaunlichsten ist für Moore die Tatsache, wie ähnlich sich doch die Meere auf den beiden Planeten gewesen sind: "Die Planeten hatten vieles gemeinsam. Und was noch interessanter ist: Wenn der Ozean des Mars unserem heutigen Meeren ähnelt, deutet das darauf hin, dass der frühe Erdozean auch dem heutigen Erdozean gleicht."

siehe auch
Mars: Neue Spuren von Wasser entdeckt - 23. Juni 2000
Mars: Gerüchte über Fund von Wasser - 21. Juni 2000
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Mars-Eis im Visier - 18. Februar 1999
AstroLinks: Mars
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