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MIR
Der erste Tourist im All
von Stefan Deiters
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20. Juni 2000

Nur wenige Tage nach der Rückkehr zweier Kosmonauten von der russischen Raumstation Mir, macht die niederländische MirCorp den nächsten Schritt zu einer kommerziellen Nutzung der Station: Gestern stellte sie mit Dennis A. Tito den ersten Touristen vor, der im Rahmen des neuen Citizen Explorer Programms im nächsten Jahr zur Mir fliegen soll.

Die am 16. Juni in einer Wüste in Kasachstan gelandeten Kosmonauten hatten zuvor die marode russische Station soweit auf Vordermann gebracht, dass an eine weitere Nutzung überhaupt zu denken ist. Die 73-tägigige Mission war der erste rein privat finanzierte Besuch bei einer Raumstation und umfasste auch den ersten privat finanzierten Weltraumspaziergang. 

Die niederländische MirCorp hatte Anfang des Jahres die russische Pannenstation vor ihrem schon als sicher geltenden Ende bewahrt und plant nun, die Station kommerziell zu nutzen. Die Mission der beiden Kosmonauten war dazu ein erster und entscheidender Schritt, sollte dabei doch festgestellt werden, ob die großen Pläne, die die MirCorp mit der Mir hat, sich überhaupt realisieren lassen. 

Schon vor einem Monat kündigte die Firma an, dass sie für die Mir eine lange Zukunft sieht und bereits weitere Flüge zur Raumstation plant. Mit dem Start des Citizen Explorer-Programms stellte die Gesellschaft nun auch ein entscheidendes finanzielles Standbein des Raumstationbetriebs vor: "Unser neues Citizen Explorer-Programm ist ein Element eines breit angelegten Wirtschaftsplans, in dem genauso kommerzielle Forschungsarbeiten oder andere traditionelle Raumaktivitäten vorgesehen sind wie neuartige Modelle wie ein Internetportal oder Echtzeit-Bilder der Erde", erläutert MirCorp-Präsident Jeffrey Manber.

Die Gesellschaft sei schon mit weiteren Kandidaten für das Citizen Explorer-Programm in Verhandlungen und wird in Moskau ein Büro eröffnen, um diese Aktivitäten zu koordinieren. Die Flugpläne für das kommende Jahr werden im Juli festgelegt werden. Schon in den kommenden Monaten sei ein unbemannter Versorgungsflug zur Station geplant.

Der erste "Privatkosmonaut" befindet sich zur Zeit zu medizinischen Untersuchungen in Moskau. Für Tito erfüllt sich mit dieser Möglichkeit ein jahrzehntelang gehegter Traum: "Der Start  des Sputnik hat mich so begeistert, dass ich mich mit Raumfahrt beschäftigte und als einer der ersten einen Abschluss in Luftfahrt und Astronautik machte", so Tito. In den 60er und 70er Jahren arbeitete Tito im Weltraumprogramm der USA mit und berechnete Flugbahnen für die Missionen zum Mars und zur Venus.

Wäre Tito Wissenschaftler geblieben, hätte er sich die Kosten für einen Raumflug - man spricht von rund 20 Millionen Dollar - wohl kaum leisten können: Der künftige Kosmonaut ist heute Chef einer erfolgreichen Finanzberatungsfirma.

Links im WWW
MirCorp
siehe auch
MIR: Kosmonauten bleiben bis Mitte Juni - 24. Mai 2000
MIR: Startschuss für kommerzielle Nutzung
- 4. April 2000
MIR: Wirbelsäule unter der Lupe
- 30. August 1999

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