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CHANDRA
Stürmischer Wind vom Schwarzen Loch
von Stefan Deiters
astronews.com
29. Mai 2000

Wahrhaft stürmisch geht es in der Umgebung eines Schwarzen Loches zu: Was Theoretiker schon immer vermutet hatten, konnte nun dank des NASA-Röntgenteleskops Chandra auch gemessen werden: Ein Wind, der sich mit Geschwindigkeiten von über eineinhalb Millionen Kilometern pro Stunde vom Schwarzen Loch entfernt. 

NGC 3783
Das Chandra-Bild von NGC 3783 ist der kleine Punkt in der Mitte. Als Linien daneben das beobachtete Röntgenspektrum. Foto: NASA/PSU.

"Röntgenbeobachtungen geben uns die Möglichkeit, die extrem starken Gasflüsse zu untersuchen", erläutert Professor Niel Brandt von der Pennsylvania State University. "Diese Winde wurden immer dort vermutet, bisher war es aber unmöglich sie detailliert zu untersuchen." Durch die Aufnahme eines Röntgenspektrums der aktiven Galaxie NGC 3783 hat sich dies nun geändert: "Dies ist das beste Röntgenspektrum das je von einer Galaxie mit einem Schwarzen Loch aufgenommen wurde", freut sich Dr. Shai Kaspi, auch von der Pennsylvania State University. "Man kann daraus erkennen, dass der Wind Sauerstoff, Neon, Magnesium, Silizium, Schwefel, Argon und Eisen enthält." Zudem stellten die Wissenschaftler fest, das der Wind das Schwarze Loch komplett zu umgeben scheint. 

Das Schwarze Loch im Zentrum der beobachteten Galaxie produziert durch die fast mit Lichtgeschwindigkeit in es hineinstürzende Materie mehr Energie als eine Milliarde Sonnen zusammen. Das Gas wird dadurch auf Temperaturen von über 100.000 Grad Celsius aufgeheizt und in die Galaxie hinausgeschleudert. Dabei erreicht der Wind Geschwindigkeiten von über eineinhalb Millionen Kilometer pro Stunde. 

Links im WWW
Chandra Xray Observatory Center
Chandra X-ray Observatory
, NASA-Seite zu Chandra
siehe auch
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Chandra: Ampel zur Entfernungsmessung
- 3. Mai 2000
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