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JUPITERMOND IO
Farbspiele durch Schwefel
von Stefan Deiters
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19. Mai 2000

Der vulkanische Jupitermond Io mag ein ziemlich unwirklicher Ort sein, doch eines scheint nach Auswertung von Bildern der NASA-Sonde Galileo sicher: Der Mond ist  eine Welt voller Überraschungen. Gleich fünf Beiträge in der heutigen Ausgabe des US-Wissenschaftsmagazin Science beschäftigen sich mit dem Jupitertrabanten. 

Culann Patera auf Io
Galileo-Aufnahme des Culann Patera auf dem Jupitermond Io. Foto:  JPL/NASA
Großansicht des Bildes 

Zugleich veröffentlichte das NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL) zahlreiche neue Aufnahmen von Io, die den Mond als eine Welt von Lavaströmen, roten und grünen schwefelhaltigen Ablagerungen und riesigen Bergen zeigen, die durchaus einmal ihren Standort ändern können.

Die Aufnahmen der NASA-Sonde Galileo des Io-Vulkan Prometheus zeigen, dass der Vulkan eine gewisse Ähnlichkeit mit den Vulkanen auf Hawaii hat - nur das er deutlich größer und aktiver ist. So zeigt Prometheus eine 80 Kilometer hohe Wolke aus Gas und Staub am Ende eines Lavastroms. Und genau so etwas lässt sich auch auf Hawaii finden, wo die Lava gerade ins Meer fließt. Interessanterweise konnte man diese riesige Eruptionswolke seit 1979 beobachten, allerdings ist sie seit damals um etwa 85 Kilometer nach Westen gewandert. "Der Schlot des Vulkans hat sich nicht verändert, nur die Eruptionswolke", sagte JPL-Mitarbeiterin Dr. Rosaly Lopes-Gautier. Und Dr. Susan Kieffer, eine weitere Autorin eines der Science-Artikel ergänzt: "Dieses Verhalten wurde auf der Erde noch nicht beobachtet." Die Wolke dürfte, so vermuten die Wissenschaftler, entstehen, wenn der heiße Lavastrom Schwefel oder Schwefeldioxid-Schnee verdampft.

Unklar war den Wissenschaftler bisher auch, woher die unterschiedlichen Farben auf der Oberfläche von Io kamen. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, beobachteten sie während der Vorbeiflüge der Galileo-Sonde den Mond mit einem Ultraviolett-Spektrographen an Bord des Hubble-Weltraumteleskops. So konnte man die Zusammensetzung der Vulkangase untersuchen. Über dem Vulkan Pele fanden sie eine 350 Kilometer hohe Wolke aus gasförmigen Schwefel, der im heißen Inneren des Vulkans entstanden sein dürfte. Wenn sich dieser nun auf der gefrorenen Oberfläche Ios niederschlägt, dürfte eine Schwefelform entstehen, die eine rötliche Farbe hat. Hieraus, so eine Hoffnung der Wissenschaftler, könnten sich bald neue Erkenntnisse über das Innere des Jupitermondes ergeben. 

Doch gibt es auch noch grüne Ablagerungen auf Io. Hier ist eine Vermutung, dass diese entstehen, wenn sich das rote Material auf noch heiße Lavaströmen absetzt, wie sie zum Beispiel auf dem Boden einer Caldera vorkommen. Eine Caldera ist ein großer Krater, der nach einem Vulkanausbruch entsteht, wenn die Erde über der Magmakammer einbricht. Eventuell werden sich aber sowohl das rote als auch das grüne Material langsam in "normalen" gelben Schwefel verwandeln. 

Das hier veröffentlichte Bild zeigt die Vulkanregion Culann Patera und hat eine Auflösung von etwa 200 Metern. Die zentrale Caldera befindet sich rechts oben von der Bildmitte. In nordwestlicher Richtung verlassen vermutlich Lavaströme die Caldera, die als dunkelrote Linien zu erkennen sind. Das schon zuvor erwähnte grüne Material befindet sich sowohl in der Caldera von Culann Patera als auch in einer zweiten Caldera namens Tohil Patera rechts unten. Das Bild entstand am 25. November letzten Jahres als Galileo gerade 20.000 Kilometer von Io entfernt war. 

Links im WWW
Galileo, Projekthomepage am JPL
Neue Bilder der Jupitermonde, Galerieseite am JPL
IoFlyby.Com, Seite der NASA über die Io-Vorbeiflüge von Galileo
 
siehe auch

Jupitermonde: Neue Bilder von Io und Europa - 20. April 2000
Galileo: Und noch einmal Io
- 23. Februar 2000
Galileo: Prosit Neujahr, Europa
- 6. Januar 2000
Galileo: Das Festmahl musste warten - 26. November 1999 
Jupitermond Io: Prometheus gleicht Hawaii-Vulkan
- 5. November 1999
Galileo: Blick auf Lavafeld am Pillan
- 25. Oktober 1999
Galileo: Erfolgreicher Vorbeiflug an Io
- 12. Oktober 1999
Galileo: Auf zum Jupitermond Io
- 20. September 1999
Jupitermond Io: Immer bessere Bilder - 30. August 1999

Galileo: ein wahrer Musterschüler - 7. Mai 1999
AstroLinks: Jupiter

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