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CHANDRA
Die Geburt eines Supernova-Überrestes
von Stefan Deiters
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12. Mai 2000

Die Zusammenarbeit zweier Weltraumteleskope trägt erste Früchte: Eine im Februar veröffentlichte Hubble-Aufnahme der Supernova 1987A zeigte heller werdende Punkte in einem Ring um den explodierten Stern. Beobachtungen des NASA-Röntgenteleskops Chandra enthüllten nun den Grund dafür: eine gewaltige Stoßwelle. 

SN 1987A
Chandra-Beobachtung der Supernova 1987A. Foto: NASA/CXC/SAO/PSU/D. Burrows et al.

Die Aufnahmen die Chandra im Oktober letzten Jahres und im Januar von der Supernova 1987A gemacht hat, zeigen zum ersten Mal die Auswirkungen der Explosionsstoßwelle auf das umgebende Material. Erstmalig konnten auch durch die Stoßwelle verursachten Röntgenstrahlung zu einem so frühen Zeitpunkt nach der Supernova-Explosion aufgenommen werden.

Der Fall der Supernova 1987A zeigt auch, wie wichtig es ist, Beobachtungen in verschiedenen Bereichen des elektromagnetischen Spektrums zu machen: Als das Hubble-Weltraumteleskop unlängst die Supernova beobachtete (astronews.com vom 17. Februar 2000), entdeckte es langsam heller werdende Punkte, die in einem Ring von Gas und Staub lagen, die der Stern Tausende von Jahren vor seiner Explosion abgestoßen hatte. Die Röntgenbilder zeigen nun eindeutig die Ursache für dieses Aufleuchten: Eine Stoßwelle läuft gerade mit einer Geschwindigkeit von etwa 4.500 Kilometern pro Sekunde in diesen Ring und heizt das Gas auf bis zu 10 Millionen Grad Celsius auf. Das heiße Gas hinter der Stoßwelle ist nur mit einem Röntgenteleskop auszumachen.

"Mit Hubble hörten wir das Pfeifen eines näherkommenden Zuges", vergleicht David Burrows von der Pennsylvania State University die Situation. "Mit Chandra können wir nun den Zug sehen." 

Die Röntgenbeobachtungen stützen eine Theorie von Richard McCray von der Universität von Colorado in Boulder über den Ablauf dieser Supernova-Explosion. Danach breitet sich die Stoßwelle vor den Explosionsüberresten ins All aus und kann so das den Explosionsort umgebende Material auf viele Millionen Grad erhitzen. "Wir sehen hier zum ersten Mal, wie ein Supernova-Überrest entsteht", so McCray.

Auf dem Bild ist jene - bisher nicht sichtbare - Region gerade innerhalb des im optischen sichtbaren Rings zu sehen, in der sich das erhitzte Gas befindet. Der direkte Vergleich zur Hubble-Aufnahme aus dem Februar zeigt, dass die hellsten Stellen im Röntgenbild gut mit den neu entdeckten hellen Punkten im optischen Bild korrespondieren. 

Die nächsten Jahre versprechen noch spannend zu werden: Die Stoßwelle wird immer mehr Material erhitzen und schließlich dürfte eine umgekehrte Stoßwelle auch das Material aufheizen, das bei der Explosion ins All katapultiert wurde. 

Links im WWW
Chandra Xray Observatory Center
Chandra X-ray Observatory
, NASA-Seite zu Chandra
siehe auch
Chandra: Ampel zur Entfernungsmessung - 3. Mai 2000
Chandra: Intergalaktische Kaltfront
- 3. März 2000
Hubble: Das Schauspiel beginnt - 17. Februar 2000
Chandra: Beobachtung einer frühen Supernova
- 15. Dezember 1999
Chandra: Ein Instrument macht Sorge
- 17. September 1999
Chandra: Mikroskopisch kleiner Lattenzaun - 1. September 1999

Chandra: "Ein Traum wurde wahr"
- 27. August 1999
Chandra: Arbeitsorbit erreicht - 10. August 
Historische Shuttle-Mission - 19. Juli 1999
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