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KOSMOLOGIE
Die Welt ist flach - wahrscheinlich

von Stefan Deiters
astronews.com
10. Mai 2000

Ende letzten Monats veröffentlichten Kosmologen ein "Kinderfoto" des Weltalls, aus dem sie herleiteten, dass wir in einem "flachen" oder euklidischen Universum leben. Ein zweites Wissenschaftlerteam hat diese Erkenntnis nun mit noch genaueren Messungen bestätigt.  

Die Ergebnisse, die in diesen Tagen zur renommierten amerikanischen Zeitschrift The Astrophysical Journal Letters übersandt wurden, stammen aus einer MAXIMA genannten internationalen Kooperation. MAXIMA steht für Millimeter Anisotropy Experiment Imaging Array. Auch das MAXIMA-Team bediente sich eines Ballons um aus hoher Höhe eine detaillierte Karte der kosmischen Hintergrundstrahlung aufzunehmen. Im Vergleich zu BOOMERANG, was für Balloon Observations of Millimetric Extragalactic Radiation and Geophysics steht, konnte MAXIMA mit noch besserer Auflösung beobachten und so die detaillierteste Karte der kosmischen Hintergrundstrahlung erstellen, die bis heute veröffentlicht wurde.

Beide Gruppen sind sich in einem Punkt einig: Die Ergebnisse sprechen dafür, dass unser Universum "flach" ist.  Kosmologen sprechen von einem flachen Universum, wenn sie feststellen, dass die normale euklidische Geometrie, die alle einmal in der Schule gelernt haben, auch über große Entfernungen gültig ist. Zudem stimmen die Ergebnisse darin überein, dass nur etwa fünf Prozent der Materie und der Energie in "normaler" Form vorliegen. Der Rest ist "dunkle Materie" oder "dunkle Energie".

"Ein ganzer Teil von kosmologischen Theorien, nämlich die, die Inflation, dunkle Materie und eine kosmologische Konstante beinhalten, werden durch unsere Daten sehr gut bestätigt", meinte MAXIMA-Leiter Paul Richards, Professor an der Universität von Kalifornien in Berkeley. "Das ist ein großer Triumph für die Wissenschaft, da wir hier Vorhersagen bestätigt haben, die weit vor dem Experiment gemacht worden. Und diese Voraussagen betrafen immerhin etwas so schwer zugängliches wie die Frühphase unseres Universums."

Was das Teams zusätzlich freut, ist die Tatsache, dass die Datenanalyse von MAXIMA und BOOMERANG unabhängig voneinander durchgeführt wurde und trotzdem so gut übereinstimmt. Das sei, so heißt es, ein sehr gutes Zeichen, dass beide Teams auf dem richtigen Weg sind.

Links im WWW
MAXIMA, Projekthomepage
BO
OMERANG, Projekthomepage
siehe auch
Kosmologie: Als das All noch klein war - 28. April 2000
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