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ASTEROIDEN
Hundeknochen im All
von Stefan Deiters
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5. Mai 2000

Amerikanische Astronomen haben den wohl ungewöhnlichsten Asteroiden im Sonnensystem entdeckt. Obwohl 216 Kleopatra schon seit 1880 bekannt ist, offenbarten Radaraufnahmen erst jetzt die Gestalt des Brockens, der sich im Asteroidengürtel um die Sonne bewegt: Er hat die Form eines Hundeknochens. 

216 Kleopatra
Computermodell von 216 Kleopatra, das auf Grundlage der Radardaten erstellt wurde. Bild: JPL/NASA

Die Radaraufnahmen sind die ersten, die von einem Objekt im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter gemacht wurden. 216 Kleopatra wurde zwar schon 1880 entdeckt, doch wusste man bis jetzt nicht, wie dieser Felsbrocken aussieht. Das hat sich dank des 305-Meter Arecibo Teleskops in Puerto Rico nun geändert. Die Radardaten zeigten, dass es sich bei 216 Kleopatra um einen 217 Kilometer langen und 94 Kilometer breiten Asteroiden handelt, der in etwa aussieht wie ein Hundeknochen.

"Mit seiner Form ist Kleopatra einer der ungewöhnlichsten Asteroiden, die wir im Sonnensystem gesehen haben", sagte Dr. Steven Ostro vom NASA Jet Propulsion Laboratory, der das Beobachtungsteam in Arecibo leitete. "Kleopatra könnte ein Überbleibsel einer gewaltigen Kollision zweier Asteroiden sein, bei der nicht alle Bruchstücke zertrümmert wurden."

Das Computermodell von Kleopatra gelang mit Hilfe von Radarsignalen, die vom Asteroiden reflektiert wurden. Aus diesen Echos konnte mit Hilfe ausgefeilter Computerprogramme eine Oberflächenbild erzeugt werden. Zur Zeit der Aufnahme war Kleopatra etwa 171 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, so dass die Signale für ihren Weg zum Felsbrocken und zurück zur Erde 19 Minuten benötigten.

"Kleopatra von Arecibo aus aufzunehmen, ist in etwa vergleichbar mit der Vorstellung in Los Angeles die Aufnahme eines Autos in New York zu machen und dabei ein Teleskop von der Größe des menschlichen Auges zu verwenden", erläutert Ostro. Kleopatra gehört zu einer Gruppe von Asteroiden, die Metalle enthalten und daher auch die Radarsignale besonders gut reflektieren. 

Wie Kleopatra entstanden ist, ist zur Zeit noch ein Rätsel: "Wir können uns da einige Szenarien vorstellen, aber bis jetzt ist keine richtig befriedigend", so Ostro. "Schon die Existenz des Objektes ist ein Mysterium. Dadurch kann man sehen, wie viel wir noch lernen müssen, um die Form von Asteroiden und ihre Kollisionen zu verstehen."

Links im WWW
Bilder von Kleopatra, Seite am JPL
siehe auch
Asteroiden: Ein sehr eigentümlicher Ort - 27. August 1999
Kurze Tage auf 1998 KY26
- 23. Juli 1999
AstroLinks: Asteroiden
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