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GAMMASTRAHLEN
Neue Klassifizierung, neue Fragen
von Stefan Deiters
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23. März 2000

Die Welt der Gammastrahlen-Astronomie ist um ein Mysterium reicher: In einem gestern erschienenen Artikel in der Zeitschrift Nature berichten Wissenschaftler, dass die Hälfte der bisher unidentifizierten Gammastrahlen-Quellen vermutlich zu einer neuen, bisher unentdeckten Klasse von Objekten gehört.

"Das sind Objekte, die wir nie zuvor gesehen haben", beschreibt Dr. Neil Gehrels vom NASA Goddard Space Flight Center die neue Gruppe von Gammastrahlen-Quellen. "Wir wissen bislang nicht, was sie sind, wir wissen nur, dass sie sehr seltsam sind und dass es verdammt viele von ihnen gibt." Im Gegensatz zu den bekannten Gammastrahlenausbrüchen oder Gamma-Ray-Bursts strahlen dieses Objekte die Gammastrahlung kontinuierlich ab.

Gammastrahlen sind für das menschliche Auge nicht sichtbar, sind aber eine äußerst energiereiche Form der elektromagnetischen Wellen - energiereicher als beispielsweise ultraviolette oder Röntgenstrahlung. Bisher kennt man im Universum 271 Gammastrahlenquellen, die mit Hilfe des Energetic Gamma Ray Telescope Experiment an Bord des Compton Gamma Ray Observatory katalogisiert wurden. 170 von ihnen sind bisher unidentifiziert, das heißt, man hat bisher nicht das Objekt ausmachen können, von dem die Gammastrahlung ausgeht.

Von den 170 Objekten dürfte etwa die Hälfte in der Milchstraßenebene liegen. Bei diesen Quellen ist es sehr wahrscheinlich, dass das die Gammastrahlung erzeugende Objekt einfach zu schwach ist, um von der Erde aus gesehen zu werden. Sie könnten auch durch Nebel verdeckt sein, durch den die Gammastrahlung, aber kein anderes Licht dringen kann. 

Die andere Hälfte der unidentifizierten Gammastrahlenquellen liegt näher bei der Erde und gerade außerhalb der galaktischen Ebene. Sie bilden die neue Gruppe von Objekten. In ihrer Anordnung scheinen sie Goulds Belt zu folgen, einem Band aus massereichen Sternen und aus Gas, das sich durch die Milchstraßenebene windet.

Bisher gibt es nur Spekulationen, um was es sich bei den neuen Objekten handeln könnte: Schwarze Löcher oder vielleicht die massereichen Sterne selbst. Mit der Lösung dieser Frage wird man sich vermutlich noch etwas gedulden müssen. Die Hoffnungen ruhen jetzt auf GLAST, dem Gamma Ray Large Area Space Telescope, das 2005 starten soll. 

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