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ASTEROIDEN
Außerirdische Gase im "Buckyball"
von Stefan Deiters
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22. März 2000

An unerwarteter Stelle haben Wissenschaftler Gase entdeckt, die offenbar nicht von der Erde stammen: Sie waren eingeschlossen in sogenannten Buckminster-Fullerenen, die auch "Buckyballs" genannt werden. Auf die Erde gelangten sie vermutlich durch einen Asteroideneinschlag  vor 65 Millionen Jahren.

Mit diesem Fund hoffen die Wissenschaftler eine neue Methode zur Hand zu haben, um Asteroiden und Kometeneinschläge in der Erdgeschichte zu datieren. Der Fundort für die außerirdischen Gase ist wahrlich ungewöhnlich: Sie waren eingeschlossen in riesigen Kohlenstoff-Molekülen, sogenannten Fullerenen.

"Wir haben außerirdische Edelgase in einer dünnen Sedimentschicht gefunden, die man an verschiedenen Stellen auf der Erde sehen kann", erläutert Ted Bunch vom NASA Ames Research Center den Fund. "Die Buckyballs, die die Gase enthalten, sind vermutlich vor rund 65 Millionen Jahren durch einen Asteroideneinschlag auf die Erde gelangt, der - so eine Theorie - auch das Ende der Dinosaurier bedeutete. Die Sedimentschicht entstand durch den weltweit verbreiteten Staub des Einschlags."

Wie die Wissenschaftler außerirdische Gase entdecken, erläutert Luann Becker von der Universität von Hawaii: "Das Helium, das auf der Erde entsteht, unterscheidet sich in seiner Isotopen-Signatur sehr deutlich von dem Helium, was man in Meteoriten findet." Beispielweise besteht der Atomkern von irdischem Helium zum größten Teil aus zwei Protonen und zwei Neutronen. Außerirdische Heliumkerne haben meist ein Neutron weniger.

Das Helium, das in den Fullerenen des australischen Murchison Meteoriten gefunden wurde, gleicht etwa dem Helium, das es im Sonnensystem gab als dieses gerade entstand. Daher gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Fullerene einen außerirdischen Ursprung haben. Ihr Auffinden würden zudem die Theorie unterstützen, dass Bestandteile der Atmosphäre durch die zahlreichen Asteroiden- und Kometeneinschlägen in der frühen Erdgeschichte auf die Erde gelangten. 

Mit den Funden in der dünnen Sedimentschicht eröffnet sich den Wissenschaftlern auch eine ganz neue Methode, die Erdgeschichte zu untersuchen. Interessant ist auch die Frage, woher die Fullerene eigentlich kommen. Becker: "Wir müssen lernen, warum es diese Dinge gibt und was man draus über den Kohlenstoff im Universum lernen kann."

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