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ESA
Weltraumprojekte für die Zukunft
von Stefan Deiters
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8. März 2000

Die europäische Weltraumagentur ESA veröffentlichte gestern ein Liste mit Projekten, von denen die Europäer mindestens eins bis 2009 realisieren wollen. Es geht dabei um die neuen Flexi-Missions, im Rahmen derer wissenschaftliche Projekte schneller und günstiger verwirklicht werden sollen. Die erste Flexi-Mission steht schon fest: Mars Express im Jahr 2003.  

Die Flexi-Missions wurden von der ESA 1997 eingeführt, um flexibler und schneller wissenschaftliche Projekte durchführen zu können. Sie sollen zukünftig die Kategorie der mittelgroßen ESA-Projekte ersetzen. Zu diesen gehören beispielsweise der Titan-Lander Huygens und das Gammastrahlenteleskop Integral. Ziel der ESA ist es, zwei Flexi-Missions für den Preis eines mittelgroßen Projektes zu realisieren. Mars Express, die europäische Mars-Mission, die im Jahr 2003 zum roten Planeten starten soll, ist die erste dieser neuartigen Missionen und wird in der ESA-Terminologie als F1 bezeichnet. 

Zur Zeit sind die Europäer dabei, die Missionen F2 und F3 auszuwählen, für die jeweils maximal 176 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Die ausgewählten Projekte könnten dann zwischen 2005 und 2009 starten. Aus insgesamt rund 50 aus ganz Europa eingegangenen Projektideen wählte ein Gremium nun sechs Projektvorschläge aus, die in den nächsten sechs Monaten eine intensivere Begutachtung durchlaufen sollen. 

Ein Favorit läuft hingegen quasi außer Konkurrenz: Dabei handelt es sich um die europäische Beteiligung am Nachfolger für das Hubble-Weltraumteleskop, das Next Generation Space Telescope (NGST). Obwohl eine endgültige Entscheidung erst später in diesem Jahr getroffen wird, wurde von Seiten der ESA schon viel Arbeit in das NGST-Projekt gesteckt, so dass es recht wahrscheinlich ist, dass das NGST eines der beiden Flexi-Projekte wird.

Die Liste der zur Auswahl stehenden Missionen ist vielfältig: So soll "Storm" mit drei Sonden die Auswirkungen von solaren Eruptionen auf die Erde untersuchen. Der "Solar Orbiter" könnte auf einer Umlaufbahn um die Sonne näher um unser Zentralgestirn kreisen als der Merkur und wichtige Daten sammeln. "Master" soll schließlich eine weitere Marssonde absetzen, dann aber zum Asteroidengürtel fliegen. "Hyper" würde neue Sensoren und extrem genaue Kreisel testen und "Casimir" schließlich quantenmechanische Phänomene untersuchen. Eine Entscheidung der ESA über die nächsten zwei Missionen ist bis September geplant. 

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