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CHANDRA
Intergalaktische Kaltfront
von Stefan Deiters
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3. März 2000

Das NASA-Röntgenteleskop Chandra macht wieder einmal durch spektakuläre Beobachtungen auf sich aufmerksam: Die unlängst veröffentlichte Aufnahme zeigt die Folgen einer gewaltigen Kollision zweier Galaxienhaufen in einem der massereichsten Objekte im Universum: dem Galaxienhaufen Abell 2142. 

Abell 2142
Chandra-Beobachtung im Galaxienhaufen Abell 2142. Foto: NASA/CXC/SAO

Auf den Bildern sind erstmals die Druckfronten in dem System detailliert zu erkennen: Eine helle Zentralregion, die mit 50 Millionen Grad relativ kühl ist und in einer länglichen Wolke aus 70 Millionen Grad heißem Gas liegt. All dies breitet sich in einem  Gas aus, das eine Temperatur von 100 Millionen Grad hat.

"Wir können das mit einer intergalaktischen Kaltfront vergleichen", erläutert Maxim Markevitch vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik. "Der größte Unterschied ist, dass kalt hier 70 Millionen Grad bedeutet."

Die beobachteten Gaswolken befinden sich im Zentrum des Galaxienhaufens Abell 2142, der eine Ausdehnung von sechs Millionen Lichtjahren hat, Hunderte von Galaxien enthält sowie Unmengen von Gas um noch Tausend weitere entstehen zu lassen. Der Galaxienhaufen gehört zu den massereichsten Objekten im Universum und wächst ständig, indem er kleinere Galaxienhaufen durch seine gewaltige Anziehungskraft an sich bindet. Im Laufe von Milliarden Jahren kollidieren und verschmelzen diese Galaxienhaufen und setzen dabei enorme Mengen von Energie frei, die das Gas des Haufens auf bis zu 100 Millionen Grad aufheizen können.   

Die Chandra-Aufnahme bietet nun einen ersten detaillierten Blick auf die Endphase eines solchen Verschmelzungsprozesses. Aus der länglichen Form der hellen Gaswolke schließen die Astronomen, dass sich hier gerade zwei Wolken zu einer vereinigen. Das Röntgenteleskop kann nun Temperatur, Druck und Dichte mit bisher unerreichter Auflösung messen und so wichtige Daten liefern: "Nun können wir anfangen, die Physik dieser Verschmelzungen zu verstehen, die immerhin zu den energiereichsten Ereignissen im Universum gehören", so Markevitch.

Dieses Verständnis erhoffen sich die Astronomen unter anderem durch den Vergleich der gemessenen Daten mit den Ergebnissen von Computersimulationen. Erste Auswertungen zeigen, dass es sich bei der von Chandra beobachteten Verschmelzung um ein recht fortgeschrittenes Stadium handelt, da man keine starken Schockwellen beobachten konnte, die zu Beginn eines solchen Vorgangs auftreten sollten.

Links im WWW
Chandra Xray Observatory Center
Chandra X-ray Observatory
, NASA-Seite zu Chandra
siehe auch
Chandra: Beobachtung einer frühen Supernova - 15. Dezember 1999
Chandra: Ein Instrument macht Sorge
- 17. September 1999
Chandra: Mikroskopisch kleiner Lattenzaun - 1. September 1999

Chandra: "Ein Traum wurde wahr"
- 27. August 1999
Chandra: Arbeitsorbit erreicht - 10. August 
Historische Shuttle-Mission - 19. Juli 1999
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