Home  |  Nachrichten  | Frag astronews.com  | Bild des Tages  |  Kalender  | Glossar  |  Links  | Forum  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten

astronews.com
astronews.com

Der deutschsprachige Onlinedienst für Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt

Home  : Nachrichten : Forschung : Artikel

 
QUASARE
Blitzlicht am Rand des Universums
von Stefan Deiters
astronews.com
21. Februar 2000

Nach nächtelangem Beobachten eines kleinen Stückchen Himmels hatte man ihn entdeckt: RD J030117+002025, den am weitesten entfernten Quasar, der je aufgespürt wurde. Das Licht des Objektes, das nun mit Hilfe zweier Teleskope aufgespürt wurde, benötigte 13 Milliarden Jahre um die Erde zu erreichen. 

Quasar
Der neuentdeckte Quasar ist nur als schwacher roter Punkt in der Bildmitte dieser Aufnahme zu sehen. Foto: JPL

Das Gebiet am Himmel, das Dr. Daniel Stern vom NASA Jet Propulsion Laboratory und sein Team untersuchten, war winzig:  Die beobachtete Fläche war noch wesentlich kleiner als der Bereich, den ein Pfennig am ausgestreckten Arm überdecken würde. Viele Beobachtungsnächte am Hale Telescope des Palomar Observatoriums in Kalifornien und am Mayall Telescope auf dem Kitt Peak in Arizona waren nötig, um jenen kleinen Punkt auszumachen, der die Astronomen bald in seinen Bann zog.

Quasare sind extrem leuchtstarke Objekte, die in der frühen Entwicklungsphase unseres Universums häufiger vorkamen: Sie haben in etwa die Größe unseres Sonnensystems, geben aber bis zum 10.000fachen der Energie ab, die unsere gesamte Galaxie abstrahlt. Vermutlich handelt es sich bei Quasaren um sehr massereiche Schwarze Löcher und die Energie entsteht durch das Verschlucken der umliegenden Materie.

Ihren Namen verdanken Quasare der Tatsache, dass sie zunächst einmal aussehen wie ein Stern und daher "quasistellare Objekte" genannt wurden. Um einen Quasar von einem Stern zu unterscheiden, muss man sich genau ansehen, was für eine Art von Licht das Objekt ausstrahlt: "Sobald wir das Spektrum sahen", erläutert Stern, "wussten wir, das wir es mit etwas ganz besonderem zu tun hatten. Das Spektrum verriet uns, dass das ein wahrer Methusalem war und es sich wohl um eine der ältesten Strukturen im Universum handelte."

Die Entfernung solcher Objekte bestimmen Astronomen mit Hilfe der Rotverschiebung. Die Geschwindigkeit mit der sich eine entfernte Galaxie oder auch ein Quasar von uns wegbewegt hängt unmittelbar von ihrer Entfernung ab: Je weiter ein Objekt entfernt ist, desto größer erscheint uns sein Geschwindigkeit und das Licht, das wir von ihm entfangen ist immer weiter in den roten Bereich des Spektrums verschoben. Einer Rotverschiebung von 5,5 - wie sie bei dem nun entdeckten Quasar gemessen wurde - bedeutet, dass sein Licht in etwa 13 Milliarden Jahre benötigte, um zu uns zu gelangen. Zu dieser Zeit war das Universum noch relativ jung.

Die Entdeckung soweit entfernter Objekte hat für die Astronomen einen unschätzbaren Wert: Mit ihrer Hilfe hoffen die Wissenschaftler eines der großen kosmologischen Rätsel lösen zu können, nämlich wie sich das Universum von seiner anfänglich Gleichförmigkeit in das verwandelte, was wir heute vorfinden: eine klumpige aus Galaxien und Galaxienhaufen bestehende Struktur. "Quasare in dieser Entfernung zu finden, ist wie ein Blitzlicht am Rande des Universums", so Stern. "Da sie - verglichen mit einer normalen Galaxie - so leuchtkräftig sind, erlauben sie uns alles zu studieren, was sich zwischen uns und dem Quasar entwickelt hat."

In sozialen Netzwerken empfehlen
 
Werbung
Werbung
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | astronews.com ist mir was wert | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
     ^ Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2017. Alle Rechte vorbehalten.  W3C

© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2017
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.


URL dieser Seite: http://www.astronews.com/news/artikel/2000/02