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SCHWARZE LÖCHER
Erstmals Einzelgänger entdeckt
von Stefan Deiters
astronews.com
14. Januar 2000

Alle bisher aufgespürten stellaren Schwarzen Löcher gehörten Doppelsternsystemen an und man hat nur indirekt - durch ihre Effekte auf den sichtbaren Begleiter - auf ihre Existenz schließen können. Jetzt gelang es zwei Astronomenteams erstmals einzelne Schwarze Löcher aufzuspüren - allerdings auch nur indirekt. 

Microlensing-Ereignis
Aus dieser Helligkeitsänderung eines Sterns folgerten Astronomen auf die Existenz eines einzelnen Schwarzen Lochs von sechs Sonnenmassen. Foto: NOAO, Cerro Tololo Inter-American Observatory 
Beim Aufspüren dieser exotischen Objekte machten sich die Astronomen den sogenannten Microlensing-Effekt zu Nutze: Man beobachtet dabei eigentlich einen weit entfernten Stern und hofft, dass irgendwann einmal ein Objekt durch die Sichtlinie wandert. Die Gravitation dieses Objektes "verbiegt" das Licht des entfernten Sterns und sorgt dafür, dass sich die Helligkeit des Stern kurzzeitig ändert: Er wird heller.

Mehrere Wissenschaftlergruppen auf der ganzen Welt sind mit dieser Methode auf der Suche nach dunklen Objekten im Halo unserer Galaxis, die eventuell für einen Teil der fehlenden Materie verantwortlich sein könnten. Diese Macho (für massive compact halo objects) genannten Objekte sollen aufgespürt werden, in dem die Teams Millionen von Sternen ständig beobachten und hoffen, dass sich irgendwann bei einem von ihnen die Helligkeit kurzzeitig ändert. 

Zwei dieser Helligkeitsänderungen, die die Macho-Kollaboration aufgezeichnet hatte, fanden das besondere Interesse der Wissenschaftler: Die Ereignisse dauerten mit 500 und 800 Tagen verhältnismäßig lange und deuteten nach den Berechnungen der Astronomen auf Objekte mit etwa der sechsfachen Masse unserer Sonne hin. Wären das normale Sterne, müssten sie so hell sein, dass man sie sehen könnte. Für Neutronensterne und Weiße Zwerge wiederum sind sie zu schwer, so dass nur noch ein Schwarzes Loch als Erklärung übrigbleibt.

Eine genaue Bestimmung der Masse wurde unter anderem auch deshalb möglich, da das Hubble-Weltraumteleskop in einem Fall genaue Beobachtungen des ursprünglich anvisierten Sterns machen konnte und so dessen Helligkeit und die Änderung relativ exakt bestimmbar war. "Dieser Fund spricht dafür das Schwarze Löcher recht häufig sind und viele massereiche Sterne ihr Leben als Schwarzes Loch beenden und nicht als Neutronenstern", erläutert David Bennett von der Universität von Notre Dame. 

Außerdem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die stellaren Schwarzen Löcher offenbar keinen Wechselwirkung mit einem anderen Stern - wie in einem Doppelsternsystem - benötigen, sondern einfach durch den Kollaps eines massereichen Sterns entstehen. Stellare Schwarze Löcher verdanken ihren Namen der Tatsache, dass sie ein Produkt der Sternentwicklung sind. Supermassive Schwarze Löcher - wie sie etwa im Zentrum vieler Galaxien vermutet werden - sind im Gegensatz dazu nicht auf diese Weise erklärbar.

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