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PROJEKTE
Gute Chancen für DIVA
von Stefan Deiters
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22. November 1999

Die Sterne stehen offenbar günstig für DIVA, einen deutschen Kleinsatelliten, der im kommenden Jahrzehnt die Position von 35 Millionen Sternen mit einer bisher nicht erreichten Genauigkeit vermessen soll. Zumindest sprachen sich auf einer Tagung in Heidelberg Vertreter von Politik, Industrie und Wissenschaft für das Projekt aus. 

"Es könnte mit diesem Projekt gelingen, den Forschungsstandort Deutschland international weiter aufzuwerten," sagte Staatsekretär Michael Sieber vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst bei einer Tagung, zu der die gemeinnützige Klaus Tschira Stiftung in die Villa Bosch, Heidelberg, eingeladen hatte. Zunächst ist geplant, Mitte Dezember einen Arbeitskreis einzurichten, in dem Vertreter der Länder und des Bundes, der beteiligten wissenschaftlichen Institute sowie der Raumfahrtindustrie auf die schnellstmögliche Verwirklichung von DIVA hinarbeiten sollen. Wenn dann im nächsten Jahr mit dem Projekt begonnen werden kann, könnte der Satellit im Jahre 2003 zum Start bereit sein, hofft DIVA-Projektleiter Dr. Siegfried Röser vom Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg.

Der Kleinsatelliten DIVA wäre für die beteiligten deutschen Institute ein großer Schritt nach vorn: Mit dem eineinhalb Meter großen Deutschen Interferometer für Vielkanalphotometrie und Astrometrie soll aus einer Erdumlaufbahn Positionen, Eigenbewegungen, Helligkeiten und Farben von Millionen Sternen innerhalb der Milchstrasse mit äußerster Präzision bestimmt werden. Während der Messungen darf sich die Messapparatur höchstens um wenige Atomdurchmesser verbiegen; deshalb können die Messungen nicht erdgebunden, sondern nur in der Schwerelosigkeit auf einem Satelliten durchgeführt werden.

DIVA soll fünffach genauer messen als der bis 1993 betriebene erste und bisher einzige Satellit mit diesem Aufgabenbereich namens Hipparcos. Innovativ bei DIVA ist nicht nur das technische Konzept, sondern auch der Versuch, ein solches Projekt innerhalb kürzester Zeit und zu vertretbaren Kosten - voraussichtlich 100 Millionen Mark - zu bewältigen. Die Zeit drängt, da die internationale Konkurrenz auf diesem Gebiet sehr aktiv ist. So hat die amerikanische Weltraumbehörde NASA gerade Gelder für den Full-sky Astrometric Mapping Explorer  (FAME) bewilligt, der im Jahr 2004 seine Arbeit aufnehmen soll.

"DIVA ist eine im internationalen Vergleich kleine und - gemessen an den zu erwartenden exzellenten wissenschaftlichen Ergebnissen - preiswerte Mission," so Siegfried Röser. Mit dem Kleinsatellitenkonzept lasse sich eine wirtschaftliche Forschungsförderung im Sinne der Öffentlichkeit auch in Zeiten knapper Haushaltsmittel aufrechterhalten. "Wenn wir jetzt kleine Schritte machen, erreichen wir letztlich unsere wissenschaftlichen Ziele schneller und preiswerter als mit einem einzigen großen Schritt in der ferneren Zukunft." Zudem bietet eine Beteiligung an DIVA der deutschen Raumfahrtindustrie die Chance, innovative Technologien zu entwickeln und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Links im WWW
DIVA, Projekthomepage
 
siehe auch
Projekte: Gamma Ray Bursts und ferne Planeten - 15. Oktober 1999
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