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JUPITERMOND IO
Prometheus gleicht Hawaii-Vulkan
von Stefan Deiters
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5. November 1999

Bei der Auswertung der Bilder des Vorbeiflugs der NASA-Sonde Galileo am Jupitermond Io haben Wissenschaftler eine aufschlussreiche Entdeckung gemacht: Der riesige Io-Vulkan Prometheus hat eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem Kilauea auf Hawaii. 

Prometheus
Das neue Bild von Prometheus (in schwarz-weiß) zeigt einen mit Lava gefüllten Krater  am nordöstlichen Ende der dunklen Struktur.  Fotos: JPL/NASA 

"Es war ein richtiges Fest, als wir uns die Bilder von Io angesehen haben", meint Dr. Rosaly Lopes-Gautier vom NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL). "Wir haben auf solch detaillierten Aufnahmen schon seit über zehn Jahren gewartet." Und das Warten hat sich offenbar gelohnt. Die Bilder, die Galileo bei seinem gefährlichen Vorbeiflug an dem Jupitermond gemacht hat, bergen allerlei Überraschungen: So weist beispielsweise der Vulkan Prometheus erstaunlich viele Ähnlichkeiten mit dem Vulkan Kilauea auf Hawaii auf, allerdings ist Prometheus deutlich größer.

Dieser Riesenvulkan auf dem Jupitertrabanten ist ein alter Bekannter unter den vielen Vulkanen auf Io und ein dankbares Beobachtungsobjekt: Immer wenn die Wissenschaftler in den letzten 20 Jahren ihre Teleskope auf Prometheus richteten war der Vulkan aktiv. Die jüngsten Aufnahmen zeigen nun, dass der Vulkan über zwei Hot Spots verfügt, diverser Lavaströme aufweist und einen großen Krater von 28 Kilometer Länge 14 Kilometer Breite in der Nähe des östlichen Hot Spots hat.

Der Krater und dieser Hot Spot, so glauben die Wissenschaftler aus den Bildern zu erkennen, steht im Zusammenhang mit der Stelle, an der das geschmolzene Gestein an die Oberfläche gelangt. Dann wird es wahrscheinlich durch Lavakanäle rund 100 Kilometer westwärts transportiert, wo es wieder an die Oberfläche kommt. Dort sind eine Unzahl von Lavaströmen auszumachen, die über eine mit Schwefeldioxid-haltigem Schnee bedeckte Ebene fließen. Durch die Wechselwirkung zwischen der heißen Lava und dem Schnee entstehen sogenannte Plumes.

Und diese Plumes sind auch beim Kilauea auf Hawaii zu beobachten: Dort entstehen Dampf-Plumes wenn die heiße Lava in den Pazifik strömt. Die auf Io beobachteten Plumes sollen auf ganz ähnliche Weise entstehen, nur dass sie wohl hauptsächlich aus Schwefeldioxid bestehen und wegen der dünneren Atmosphäre und der geringeren Schwerkraft deutlich weiter in den Himmel reichen dürften.

In der Nacht vom 25. auf den 26. November ist ein weitere Vorbeiflug an Io geplant, so dass noch weitere spektakuläre Aufnahmen zu erwarten sind.  Dann soll die Sonde den Jupitermond in einem Abstand von nur 300 Kilometern passieren. Informationen dazu stellt die NASA auf einer eigenen Webseite bereit.

Links im WWW
Galileo, Projekthomepage am JPL
IoFlyby.Com, Seite der NASA über die Io-Vorbeiflüge von Galileo
 
siehe auch

Galileo: Blick auf Lavafeld am Pillan - 25. Oktober 1999
Galileo: Erfolgreicher Vorbeiflug an Io
- 12. Oktober 1999
Galileo: Auf zum Jupitermond Io
- 20. September 1999
Jupitermond Io: Immer bessere Bilder - 30. August 1999

Der Ringentstehung auf der Spur
- 14. Juni 1999
Galileo: ein wahrer Musterschüler
- 7. Mai 1999
Mond Europa: Traum aller Blondinen - 26. März 1999
Callisto: Dünne Hülle - 5. Februar 1999
AstroLinks: Jupiter

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