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STERNENTSTEHUNG
Geheimnisse einer Starburst-Region
von Stefan Deiters
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15. Oktober 1999

Wissenschaftlern gelang mit Hilfe des ersten Teleskops des Very Large Telescope (VLT) ein bisher einmaliger Blick in eine Starburst-Region unserer Milchstraße. Die Astronomen entdeckten dabei zum ersten Mal auch viele massearme Sterne, deren Entstehung oft nicht mit einem Starburst, also einem Ausbruch heftiger Sternentstehungsaktivität, in Verbindung gebracht wurde.

NGC 3603
Starburst-Region NGC 3603 aufgenommen am VLT-Teleskop ANTU mit ISAAC. Foto: ESO

Diese Starburst-Regionen faszinieren die Astronomen schon lange. Und vor allem massearme Sterne entziehen sich - aufgrund ihrer geringen Helligkeit - immer wieder der Beobachtung. So interessiert die Wissenschaftler unter anderem die Frage, ob massearme Sterne überhaupt in diesen Regionen entstehen und wenn ja, ob sie dann gleichzeitig mit ihren massereichen Kollegen oder zu ganz anderen Zeiten geboren werden. Das Interesse an massearmen Sternen liegt unter anderem auch darin begründet, dass manche sie für einen Teil der fehlenden Materie verantwortlich machen. Erkenntnisse über die Häufigkeit der Entstehung dieser sehr lichtschwachen Sternen, könnten also auch hier interessante Hinweise liefern.

Die bisherigen Theorien zur Sternentstehung beschreiben jeweils nur einen einzelnen Stern, der sich von seiner Umgebung unbeeinflusst aus einer kollabierenden Gaswolke bildet. Doch leider dürfte - wie die verschiedensten Sternentstehungsgebiete zeigen - es diese ungestörte Entwicklung nur selten im Universum geben. So ist eine weitere interessante Frage, wie sehr sich Sterne bei ihrer Entwicklung beeinflussen und was eigentlich die endgültige Masse eines Sterns festlegt.   

Bei bisherigen Beobachtungen hatte man hauptsächlich sehr helle und massereiche Sterne in diesen Starburst-Regionen entdeckt. Die aktuellen Beobachtungen zeigen nun, dass in diesen Regionen tatsächlich Sterne aller Massen entstehen - auch solche, die eine deutlich geringere Masse haben als beispielsweise unsere Sonne. So konnte mit diesen Aufnahmen gezeigt werden, dass - entgegen den Voraussagen mancher Theorie - massearme Sterne in heftigen Starbursts entstehen können.

NGC 3603 liegt 20.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im südlichen Sternbild Carina. Im Inneren des Nebels liegt ein Haufen, in dem es die dichteste Konzentration massereicher Sterne in unserer Milchstraße gibt. Der Bilder von NGC 3603 wurden mit ANTU Anfang April aufgenommen. 

Links im WWW
ESO, Europäische Südsternwarte
 
siehe auch

VLT: "First Light" für UVES - 6. Oktober 1999
VLT: Antu gegen Kueyen
- 8. April 1999
VLT: Antus schärfstes Bild - 8. März 1999
VLT: Beginn einer neuen Ära - 1. März 1999

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