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MOND
Crash ohne Ergebnis
von Stefan Deiters
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14. Oktober 1999

Der Mond hat sein Geheimnis bewahrt: Beim gezielten Crash der NASA-Sonde Lunar Prospector in einem schattigen Mondkrater nahe des Südpols wurde offenbar kein Wasserdampf aufgewirbelt. Das ergaben zumindest Beobachtungen mit Weltraum- und bodengestützten Teleskopen, die die Region nach dem Aufschlag beobachteten.

Die Idee war originell und entsprach voll dem eigentlichen Ansatz der Low-Cost-Mission der NASA-Sonde Lunar Prospector: Diese hatte nämlich im Sommer ihre eigentlichen wissenschaftlichen Aufgaben erfüllt und wäre irgendwann auf dem Erdtrabanten zerschellt. Um jedoch auch noch mit dieser ausgedienten Sonde Wissenschaft betreiben zu können, machten im Frühjahr Wissenschaftler der Universität Texas einen ungewöhnlichen Vorschlag:  Sie wollten die Sonde in einen schattigen Mondkrater stürzen lassen und dann mit Teleskopen beobachten, ob in dem dabei aufgewirbelten Staub Spuren von Wasser nachzuweisen sind.

Hintergrund dieses zunächst ungewöhnliche erscheinenden Experimentes ist ein früheres Ergebnis von Lunar Prospector, das man als indirekten Nachweis von Wasserstoff oder auch Wasser auf dem Mond deuten könnte. Und eine mögliche Erklärung dafür wäre, dass sich in schattigen Mondregionen Wassereis gehalten hat, das durch urzeitliche Kometeneinschläge auf den Erdtrabanten gelangt ist.

So ließ man also Lunar Prospector am 31. Juli in einen Mondkrater in der Südpolregion stürzen, der in dauernder Dunkelheit liegt. Ideale Voraussetzungen also für das Überleben von Wassereisresten. Teleskope auf der ganzen Welt versuchten nach dem Crash Indizien für Wasser über der Einschlagstelle auszumachen - ohne Erfolg allerdings, wie die Texaner gestern bei einem Spezialtreffen der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft mitteilten.

"Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten warum wir nicht die geringste Spur von Wasser gesehen haben", erläutert Dr. Ed Barker vom McDonald Observatorium der Universität Texas in Austin. "Und keine dieser Möglichkeiten können wir zur Zeit mit Sicherheit ausschließen." Als mögliche Gründe für das Nullergebnis nennen die Wissenschaftler, dass die Sonde ihr Ziel verfehlt haben könnte oder aber dort auf einen Felsen oder in trockene Erde eingeschlagen ist. Ferner könnten die Berechnungen falsch, die Teleskope ungenau ausgerichtet oder das Wasser nicht über den Kraterrand aufgestiegen sein. Oder aber, es gibt wirklich kein Wasser, sondern nur Wasserstoff auf dem Mond. 

Trotzdem sind die Wissenschaftler nicht zu enttäuscht. Immerhin wurde durch die weltweite Crash-Beobachtung ein regelrechtes Netzwerk der verschiedensten Beobachtungseinrichtungen geschaffen und zudem Daten über die Mondatmosphäre gewonnen. Und schon vor dem Experiment waren die Astronomen vorsichtig: Die Chance, dass mit dem Crash Wasser nachgewiesen wird, war von der NASA mit unter zehn Prozent eingeschätzt worden.

Links im WWW
Lunar Prospector, Missions-Homepage
siehe auch
Mond: Einzigartige Entstehungsgeschichte - 16. August 1999
Mond: Crash am Sonnabend morgen
- 28. Juli 1999
Mond: Crash in der Kältefalle - 8. Juni 1999

AstroLinks: Mond
 
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