Home  |  Nachrichten  | Frag astronews.com  | Bild des Tages  |  Kalender  | Glossar  |  Links  | Forum  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten

astronews.com
astronews.com

Der deutschsprachige Onlinedienst für Astronomie, Astrophysik und Raumfahrt

Home  : Nachrichten : Sonnensystem : Artikel

 
PLANETEN
Unentdeckter zehnter Planet?
von Stefan Deiters
astronews.com
13. Oktober 1999

Da man sich bis heute nicht recht erklären kann, warum die Orbits von Kometen mit langer Umlaufzeit, gewissen Gesetzmäßigkeiten folgen, entwickelte ein britischer Astronom eine spektakuläre Theorie: Die Kometen könnten von einem riesigen unentdeckten Planeten beeinflusst werden, der 32.000 mal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde.

Seine Theorie veröffentlichte Dr. John Murray von der britischen Open University in der jüngsten Ausgabe der angesehenen Mitteilungen der Royal Astronomical Society. Ziel seiner Arbeit war es, den Ursprung von Kometen zu klären, die eine sehr lange Umlaufszeit um die Sonne haben. Man geht davon aus, dass diese Kometen aus der Oortschen Wolke stammen, einem riesigen Reservoir für potentielle Kometen, das etwa 10.000 bis 50.000 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt ist.

Normalerweise, so die Vorstellung, kreisen diese potentiellen Kometen in einem komfortablen Abstand von rund dem 1000fachen der Plutoentfernung  um die Sonne. Doch manchmal werden ihre Bahnen gestört und die "schmutzigen Schneebälle" auf eine Umlaufbahn gelenkt, auf der sie der Erde und der Sonne nahe kommen. Sie werden zu "richtigen" Kometen und zeigen bei Annäherung an die Sonne den bekannten Kometenschweif.

Was Murray nun stutzig machte ist die Tatsache, dass es unter diesen Botschaftern vom äußeren Rand des Sonnensystems eine Gruppe gibt, die aus Richtungen kommen, die sich am Himmel zu einem Bogen aufreihen. Und dieser Bogen, so Murrays Theorie, könnte das Signal eines riesigen Objektes sein, das sich im äußeren Teil der Oortschen Wolke befindet und hin und wieder durch seine Gravitationswirkung einen Kometen aus der Bahn kickt.

Um eine hinreichend große Wirkung auf die Kometen auszuüben, müsste das Objekt allerdings mindestens die Größe von Jupiter haben, was sich mit bisherigen Theorien über die Entstehung des Sonnensystems nicht ohne weiteres in Einklang bringen lässt. Wenn das Objekt hingegen eine Masse von etwas dem zehnfachen der Jupitermasse hätte, wäre es eher ein Brauner Zwerg, also ein Stern, der nicht genügend Masse hat, um die nuklearen Brennprozesse in seinem Inneren zu starten. Ein solches Objekt hätte man aber eigentlich entdecken müssen.

Murray spekuliert nun, dass sein Objekt einem Planeten ähnelt, aber nicht auf seinem heutigen Orbit entstanden ist, sondern quasi später "eingefangen" wurde. Diese Möglichkeit besteht zwar, ist aber nach heutigem Wissen extrem unwahrscheinlich. So betont Murray auch, dass zwar ein entfernter Planet eine faszinierende und nach der Theorie auch sinnvolle Möglichkeit sei, doch dass sein Modell keinesfalls andere Möglichkeiten zur Erklärung der beobachteten Besonderheiten der Kometenbahnen ausschließen könnte. 

siehe auch
AstroLinks: Kometen
 
 
Werbung
Werbung
astronews.com 
Nachrichten Forschung | Raumfahrt | Sonnensystem | Teleskope | Amateurastronomie
Übersicht | Alle Schlagzeilen des Monats | Missionen | Archiv
Weitere Angebote Frag astronews.com | Forum | Bild des Tages | Newsletter
Kalender Sternenhimmel | Startrampe | Fernsehsendungen | Veranstaltungen
Nachschlagen AstroGlossar | AstroLinks
Info RSS-Feeds | Soziale Netzwerke | astronews.com ist mir was wert | Werbung | Kontakt | Suche
Impressum | Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung
     ^ Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2017. Alle Rechte vorbehalten.  W3C

© astronews.com / Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999 - 2017
Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung.


URL dieser Seite: http://www.astronews.com/news/artikel/1999/10