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PROJEKTE
Mit BepiColombo zum Merkur
von Stefan Deiters
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4. Oktober 1999

Die europäische Weltraumagentur ESA will den Merkur erforschen. Obwohl der Start der Raumsonde noch in weiter Ferne liegt, legten jetzt das Programmkomitee den Namen der Mission fest und ehrten damit den Italiener Giuseppe Colombo, der wesentlich an der ersten Merkur-Mission der NASA-Sonde Mariner beteiligt war. 

Die gerade geplante Merkur-Mission ist eine der Eckpunkte des wissenschaftlichen ESA-Programms "Horizonte 2000 Plus" und wird von Europas Wissenschaftlern als langfristig eine der herausforderndsten Missionen in unserem Sonnensystem angesehen. Merkur ist der am wenigsten erforschte unter den inneren Planeten und durch seine Nähe zur Sonne sowohl schwierig zu beobachten als auch nicht leicht mit einer Sonde zu erreichen.

Fast alles, was bis heute über Merkur bekannt ist, ist den Vorbeiflügen der Sonde Mariner 10 in den 70er Jahren zu verdanken. Doch es blieben auch viele Fragen über den sonnennächsten Planeten offen: Warum weist er eine so große Dichte auf? Woher kommt sein Magnetfeld? Welche Effekte hat die große Nähe zur Sonne? Hinzukommen noch viele weitere Rätsel, die nun schon über ein Viertel Jahrhundert auf eine Lösung warten.

BepiColombo könnte hier Antworten liefern. Nach frühen Planungen soll die Mission aus drei Teilen bestehen:  Der Planetary Orbiter soll den Merkur in einem Orbit über die Pole mit Kameras und anderen Instrumenten untersuchen. Der Magnetospheric Orbiter soll das Magnetfeld des Planeten und dessen Wechselwirkungen mit dem Sonnenwind unter die Lupe nehmen und schließlich soll es auch ein kleinen Lander geben, der in der Nähe einer der Pole niedergehen soll. Für die Orbiter ist eine Lebenszeit von rund einem Jahr, für den Lander von mindestens einer Woche geplant.

Der Namensgeber der Mission Giuseppe (Bepi) Colombo, war Professor an der Universität von Padua. Der Mathematiker und Ingenieur war maßgeblich an der Planung der Mariner 10 Mission beteiligt: Er schlug einen Orbit vor, der die Sonde wiederholt zum Merkur zurückbringen würde und lieferte auch eine Erklärung für das eigentümliche Rotationsverhalten des Planeten.  

siehe auch
AstroLinks: Merkur
 
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