Home  |  News  | Forum  |  Links  |  Kalender  | Glossar  | Frag astronews.com  | Über uns    
astronews.com  
Nachrichten
Home  : Nachrichten : Forschung : Artikel

 
KREBSNEBEL
Einzigartiger innerer Ring
von Stefan Deiters
astronews.com
29. September 1999

Das NASA-Röntgenteleskop Chandra begeistert einmal mehr die Wissenschaftler: Eine Aufnahme des Krebsnebels zeigte Strukturen in diesem Supernova-Überrest, von dem sich die Astronomen ganz neue Rückschlüsse über den Energietransport vom Pulsar im Zentrum in den Nebel versprechen. 

Krebsnebel (optisch)
Der Krebsnebel im optischen Bereich des Lichts (oben) und in der jüngsten Aufnahme des Röntgenteleskops Chandra (unten). Die Aufnahmen haben nicht den gleichen Maßstab. Foto: NASA/CXC/SAO
Krebsnebel (Röntgen)

Am 4. Juli des Jahres 1054 tauchte am Himmel ein neuer Stern auf, der so hell war, dass er - nach chinesischen Berichten - sogar für einige Wochen tagsüber mit bloßem Auge zu erkennen war. Fast 1000 Jahre später hat das NASA-Röntgenteleskop Chandra jene Stelle am Himmel unter die Lupe genommen, wo sich im Mittelalter eine Supernova ereignete. Dieser Bereich, heute als Krebsnebel bekannt, ist wohl eine der bestuntersuchtesten Himmelsregionen, verbirgt sich doch im Zentrum des 6000 Lichtjahre entfernten Nebels ein rotierender Neutronenstern. Dieser Pulsar dreht sich 30 Mal pro Sekunde um seine eigene Achse, ist 50 Billionen mal dichter als Blei und hat einen Durchmesser von nur rund 20 Kilometern. 

Mit Chandra entdeckten die Wissenschaftler nun einen hellen Ring um das Zentrum des Nebels, von dem sich die Astronomen wertvolle Rückschlüsse darauf versprechen, wie der rotierende Neutronenstern den ihn umgebenden Nebel zum Leuchten anregt. "Dieser innere Ring ist einzigartig", urteilt Jeff Hester, Professor an der Arizona State University. "Er wurde nie zuvor beobachtet und sollte uns wertvolle Hinweise darauf geben, wie die Energie des Pulsars in den Nebel gelangt. Das ist so, als würde man die Stromleitungen zwischen dem Kraftwerk und der Glühbirne entdecken."

Und sein Kollege Mal Ruderman, Professor an der Columbia University, ergänzt: "Die Röntgenstrahlung die Chandra beobachtet hat, sagt uns genau wo die Energie ist. Aus Bildern wie diesem können wir direkt erkennen, was eigentlich vorgeht." Das Chandra-Bild zeigt Ringe oder Wellen von hochenergetischen Teilchen, die von dem zentralen Stern über eine Distanz von rund einem Lichtjahr hinausgeschleudert werden. Außerdem erkennt man sogenannte Jets, die im rechten Winkel zu dieser Spirale ins All hinausschießen.

Nicht nur die Umgebung, auch der rotierende Neutronenstern im Zentrum ist ein faszinierendes Studienobjekt: Da er stark magnetisiert ist, produziert er wie ein kosmischer Generator Unmengen an Elektrizität - rund 30 Millionen Mal so viel wie ein typischer Blitz auf der Erde.  "Das ist ein unglaublich effizienter Generator", so Ruderman. "Er erreicht eine Effizienz von 95 Prozent. So etwas gibt es auf der Erde nicht."

Links im WWW
Chandra Xray Observatory Center
Chandra X-ray Observatory
, NASA-Seite zu Chandra
 
siehe auch
Chandra: Ein Instrument macht Sorgen - 17. September 1999
Chandra: Mikroskopisch kleiner Lattenzaun
- 1. September 1999

Chandra: "Ein Traum wurde wahr"
- 27. August 1999
Chandra: Arbeitsorbit erreicht - 10. August 
Historische Shuttle-Mission - 19. Juli 1999
Suche | Kontakt | Hilfe
Nachrichten
Forschung
CoRoT: Ein relativ normaler Exoplanet

Stardust: Staubkörner von außerhalb des Sonnensystems?

Borexino: Erster Nachweis von Geoneutrinos

Raumfahrt
Lunar Reconnaissance Orbiter: Auf den Spuren eines Mondrovers

ISS: Drittes ATV soll Edoardo Amaldi heißen

ISS: Agenturchefs wollen Betrieb bis mindestens 2020

Sonnensystem
Jupiter: Das Innenleben des Großen Roten Flecks

Mars Express: Marsmond Phobos aus der Nähe

Cassini: Der innere Aufbau von Titan

Teleskope
Spitzer: Blick auf die urtümlichsten Schwarzen Löcher

La Silla: Eine kosmische Fledermaus im Orion

Herschel: Organische Moleküle im Orion-Nebel

Amateurastronomie
Vesta: Asteroid fast mit bloßem Auge sichtbar

Mond & Mars: Großer Mond trifft roten Planeten

IYA2009: Veranstalter in Deutschland ziehen positive Bilanz

Bookmarken bei
Diesen Artikel bookmarken bei Webnews Diesen Artikel bookmarken bei Mister Wong Diesen Artikel bookmarken bei Google Diesen Artikel bookmarken bei yigg.de Diesen Artikel bookmarken bei furl Diesen Artikel bookmarken bei del.icio.us Diesen Artikel bookmarken bei facebook
10 Jahre astronews.com
 
an.c Home | Nachrichten | AstroNews4U | AstroLinks | AstroGlossar | Frag astronews.com
Forum | Sternenhimmel | Startrampe | TV-Guide | Bild des Tages | Suche | Über uns
Impressum | Werbung
 | Copyright Stefan Deiters und/oder Lieferanten 1999-2010. Alle Rechte vorbehalten.  [ Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung ] W3C
 
Werbung
Werbung
Werbung