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Forschung

Erwischt: So entstehen Riesengalaxien
von Stefan Deiters
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16. Juli 1999

Europäische Astronomen nutzten das Hubble Weltraumteleskop erneut zu einem Blick in die Vergangenheit: Sie beobachteten einen Galaxienhaufen in acht Milliarden Lichtjahren Entfernung und damit zu einer Zeit, als unser Universum nur halb so alt war wie heute. Dabei entdeckten sie viele Galaxien, die gerade mit einer anderen zusammenstoßen.

Kollidierende Galaxien
Hubble-Aufnahme von zusammenstoßenden Galaxien im entfernten Galaxienhaufen MS1054-03. Foto: Pieter von Dokkum (Universität Groningen), ESA und NASA.

Daß in großen Galaxienhaufen des öfteren Kollisionen zwischen einzelnen Galaxien vorkommen, ist kein neuer Befund. Doch noch nie wurden in einem Galaxienhaufen so viele Kollisionen beobachtet wie in MS1054-03, einer Ansammlung von Galaxien in etwa acht Milliarden Lichtjahren Entfernung. MS1054-03 ist damit einer der am weitesten entfernten bekannten Galaxienhaufen.

81 Galaxien des Haufens wurden zunächst mit dem 10-Meter Keck-Teleskop ausgesucht und dann mit Hubble noch einmal genauer unter die Lupe genommen. Dabei fanden die Wissenschaftler 13 Galaxien, die wie das Überbleibsel einer Kollision aussahen oder gerade dabei waren zu verschmelzen.

Diese Befunde könnten helfen die lang diskutierte Frage zu beantworten, wie eigentlich riesige Galaxien entstehen. Einige Wissenschaftler favorisieren einen "Galaxienboom" in der frühen Geschichte des Universums, in dem alle Riesengalaxien geboren wurden. Andere glauben, daß diese sehr massereichen Galaxien durch den Zusammenstoß und das anschließende Verschmelzen kleinerer Galaxien entstanden sind. Die Hubble-Aufnahmen sprechen nun für das zweite Szenario.

Wenn zwei Galaxien zusammenstoßen, bedeutet das nicht, daß auch die jeweiligen Sterne kollidieren. Doch werden die Bahnen der Sterne gewaltig gestört, so daß sich das Aussehen der Galaxien vollkommen verändern kann: So werden aus Spiralgalaxien elliptische Galaxien. Das Ganze geschieht für astronomische Verhältnisse ausgesprochen schnell: Das Verschmelzen zweier Galaxien braucht oft nur weniger als eine Milliarde Jahre.

Sollten auch in anderen entfernten Galaxienhaufen Kollisionen in solcher Vielzahl beobachtet werden, wäre das ein sehr deutlicher Beweis dafür, daß große elliptische Galaxien durch das Verschmelzen vieler kleinerer entstehen. Heute sind solche Kollisionen nicht mehr so häufig - zumindest nicht im großen Stil. Unsere Milchstraße scheint allerdings gerade dabei zu sein, sich ihre kleinen Satellitengalaxien einzuverleiben. Und in fünf bis zehn Milliarden Jahren - dafür sprechen zumindest Computersimulationen - könnte man eine Kollision in unmittelbarer Nähe erleben. Dann nämlich dürfte die Milchstraße mit der Andromeda-Galaxie verschmelzen. Das Ergebnis wäre eine große elliptische Galaxie.

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