Antonio Rodotà, Generaldirektor der ESA, war zufrieden: Bei einem Treffen in
Brüssel letzte Woche haben die Minister der 14 ESA-Mitgliedsstaaten und Kanadas, das ein
Kooperationsabkommen mit der ESA hat, die Richtung der europäischen Weltraumfahrt für
die nächsten Jahr festgelegt. Der ESA stehen bis 2002 insgesamt 2,1 Milliarden Euro zur
Verfügung.
Mit dieser Bewilligung kann die ESA mit ihren wissenschaftlichen Programmen fortfahren
und auch neue Schwerpunkte setzen. So sahen die Minister ein dringenden Bedarf für ein
eigenes unabhängiges europäisches Satellitennavigationssystem. Für die Planung dieses
"Galileo" genannte Programms sollen bis Ende 2001 58 Millionen Euro zur
Verfügung stehen. Auch die Mittel für die Entwicklung (bis Ende 2006) in Höhe von 178
Millionen Euro wurden in Aussicht gestellt. Damit wollen sich die Europäer eine
günstigere Wettbewerbsposition im wachsenden Markt für der satellitengestützten
Navigation von Flugzeugen, Schiffen, Zügen und Autos sichern.
Auch andere Ziele der ESA-Forschung waren auf die Förderung der europäischen
Industrie ausgelegt: So sollen Multimedia- und Informationssysteme entwickelt werden. Bei
allen Projekten will die europäische Weltraumagentur zukünftig verstärkt Verantwortung
an Industrieunternehmen abgeben und Partnerschaften eingehen.
Ein weiterer Schwerpunkt der ESA in den nächsten Jahren wird die Entwicklung eines
"Living Planet" genannten Programms zur Erderkundung sein. Über eine halbe
Milliarde Euro sollen für die Erforschung unserer Umwelt und der sinnvollen Nutzung der
natürlichen Ressourcen unseres Planeten ausgegeben werden.
Für die Internationale Weltraumstation (ISS) werden 2000 und 2001 rund 300 Millionen
Euro zur Verfügung stehen. Die Weiterentwicklung der Europarakete Ariane 5 soll mit über
500 Millionen Euro zu Buche schlagen. Außerdem stellten die Minister Mittel für eine
neue kleinere Rakete namens VEGA in Aussicht.
Der ESA-Generaldirektor war von den Entscheidungen der Minsterrunde angetan: "Die
Minister haben deutlich gemacht, daß ihnen an einer leistungsfähigen europäischen
Weltraumindustrie gelegen ist", sagte Antonio Rodotà. "Außerdem wird die
Unterstützung für die anerkannte wissenschaftliche Arbeit in Europa fortgesetzt. Viele
Menschen in der Industrie werden sehr positiv auf diese beeindruckende Vision von Europas
Zukunft im Weltraum reagieren."
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