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Sonnensystem

Leben durch Naturgesetze?
von Stefan Deiters
astronews.com
14. Mai 1999

Die Entstehung des Lebens auf der Erde wird gemeinhin als großer kosmischer Zufall angesehen oder aber als göttliche Fügung. Robert Shapiro, Chemieprofessor an der New Yorker Universität, favorisiert eine dritte Möglichkeit: Naturgesetze könnten die Entstehung von Leben überall im Universum begünstigen. Diese These vertritt der Wissenschaftler in einem wissenschaftlichen Artikel sowie in seinem Buch "Planetary Dreams".

Shapiro geht gar noch einen Schritt weiter: Die These, daß das Leben einzigartig auf der Erde sei, könnte sich einmal als genauso unplausibel erweisen wie die Theorie der göttlichen Schöpfung. Die Argumente für seine Behauptungen lieferte Shapiro in einem Beitrag für die im April erschienene Ausgabe der Veröffentlichungen der "National Academy of Science" sowie in seinem Buch "Planetary Dreams".

In beiden Werken argumentiert Shapiro, daß die bisherigen Theorien von der Entstehung des Lebens erhebliche Mängel hätten, da sie alle auf der einmaligen und spontanen Entstehung von RNA, DNA oder ähnlichem aus lebloser Materie beruhten.

Dagegen setzt Shapiro eine Unzahl von Daten, die belegen sollen, daß die einfachste Form von zellularem Leben vorherberechenbar ist allein aus den Gesetzen der Chemie und der Physik. Stimmen müßten nur die Zusammensetzung der Stoffe und die Umweltbedingungen. Das nennt Shapiro das "Life Principle". Was aus diesen ersten Lebensspuren dann später wird, so der Professor weiter, wäre aber nicht vorhersagbar.

Aus diesen Thesen leitet Shapiro folgende Ratschläge für die Suche nach Leben in unserem Planetensystem ab: Man solle sich auf die Himmelskörper konzentrieren, wo die Bedingungen für Leben günstig seien: Mars sowie der Jupitermond Europa und der Saturnmond Titan.

Auf diesen Himmelskörpern, so der New Yorker Professor, könne vielleicht entschieden werden, welche der beiden Sichtweisen auf das Leben im Universum richtig seien: "Man könnte dort Spuren von Leben, Reste davon oder aber chemische Systeme finden, die sich in Richtung Leben entwickeln. Oder aber man findet eine triste Einöde, in der es nicht das geringste Anzeichen für die entscheidenden Prozesse für die Entstehung von Leben gibt."

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