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Forschung

Diamanten im Weltall?
von Stefan Deiters
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5. Mai 1999

Unter Astrophysikern gibt es zur Zeit eine Diskussion, ob tatsächlich Diamanten im Weltraum vorkommen. Bisher wurde im Staub um insgesamt zwölf Sterne Hinweise auf eine Kohlenstoffverbindung entdeckt. Auswertungen von Messungen des Infrarot-Observatoriums ISO könnten helfen, zu entscheiden ob es sich hierbei um Diamanten oder aber um Fullerene handelt.

Was es auch sei, für die Wissenschaft und auch für die Industrie wäre es eine interessante Entdeckung, daß entweder Diamanten oder Fullerene im Weltall existieren. Denn dann, so die Hoffnung, würden man eventuell auch ganz neue Herstellungstechniken für diese Stoffe entwickeln können. Bisher wurden allerdings keine der beiden Stoffe im All entdeckt.

Es gab jedoch Indizien - zumindest für Diamanten im Weltall: So wurden in Meteoriten winzige Diamanten nachgewiesen, die älter waren als unser Sonnensystem. Dieses würde auf eine Existenz von Diamanten im interstellaren Raum hinweisen.

Zwei neue Untersuchungen mit Hilfe des ISO Satelliten könnten jetzt Licht in die bisher offene Frage bringen: Spanische Wissenschaftler entdeckten diese bestimmte Kohenstoffkomponente in einem ihrer beobachteten Sterne. Dabei handelt sich um einen sterbenden Stern, der gerade große Teil seiner Hülle verliert und daher von einer Staubwolke umgeben ist, die um das mehrhundertfache größere Ausmaße als unser Sonnensystem hat. In dieser Staubwolke entdeckten die Astrophysiker den mysteriösen Stoff.

"Wir suchten nach diesem Stoff in 20 Kandidaten und nur dieser eine Sterne hatte sie", sagte ESA-Astronom Pedro Garcia-Lario. "Es ist wirklich ein Musterbeispiel für das Vorkommen dieses Stoffes. Es dürfte uns näher an die Lösung des Rätsels bringen und uns helfen, die chemischen Fabriken des Universums besser zu verstehen."

Während die spanische Wissenschaftlergruppe Fullerene favorisiert und ein kanadisches Team ihre Beobachtungen mit beiden Stoffen in Einklang bringen könnte, erhält die Diamantenversion von anderer Seite Unterstützung: Eine französische Gruppe isolierte winzig kleine Diamanten aus einem Meteoriten und untersuchten sie mit einem Infrarot-Spektrometer. Das Ergebnis: Die "chemische Signatur" dieser Nanodiamanten ähnelt der des mysteriösen Stoffes im Sternenstaub recht stark.

Links im WWW:

  • ISO, Infrarot-Observatorium der ESA
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