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Forschung

Galaxien: Mehr Kollisionen als erwartet
von Stefan Deiters
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3. Mai 1999

Beim Zusammenstellen eines Katalogs von Spiralgalaxien machten Astronomen der Ohio State University eine bemerkenswerte Entdeckung: Weitaus mehr Galaxien als bisher angenommen sind sogenannte "Balkengalaxien". Dieser "Balken" im Zentrum einer Galaxie gilt als Indiz für einen zurückliegenden Zusammenstoß oder eine nahe Begegnung zweier Galaxien.

NGC 613 (Foto: Ohio State University)
Galaxie NGC 613 aus dem "Bright Spiral Galaxy Survey" der Ohio State University: Mehr Balkengalaxien als erwartet. Foto Ohio State University

Die Sache war irgendwie verzwickt: Rund 30 Prozent aller Galaxien rund um die Milchstraße wiesen - durch ein optisches Teleskop - betrachtet einen sogenannten "Balken" auf. Doch nach ausgeklügelten theoretischen Modellen zur Galaxienentwicklung sollten es deutlich mehr sein. "Astronomen, die die Dynamik der galaktischen Entwicklung modellierten, wunderten sich schon lange, warum wir so wenig dieser Balkengalaxien beobachten", meinte Paul Eskridge von der Ohio State University.

Balkengalaxien unterscheiden sich von normalen Spiralgalaxien auf eine besondere Weise: Die Spiralarme dieser Galaxien scheinen ihren Ursprung nicht im kreisförmigen Zentrum der Galaxie zu haben, sondern am Ende einer balkenförmigen Struktur. Gedeutet wird das als Folge einer Kollision von zwei Galaxien oder eines sehr nahen Vorbeifluges.

Die vermißten Balkengalaxien scheinen nun gefunden: Astronomen der Ohio State University stellten einen Katalog mit 200 Spiralgalaxien zusammen - sowohl mit Aufnahmen im sichtbaren Bereich des Lichtes als auch im Infrarot-Bereich. Das Ergebnis: 30 Prozent der Galaxien zeigten im Infraroten eine Balkenstruktur, die im sichtbaren Licht nicht zu erkennen war.

Daß die Wissenschaftler weit mehr Balkengalaxien im Infraroten fanden überrascht nicht: Staub in den zentralen Bereichen von Galaxien kann die innere Struktur im sichtbaren Bereich des Lichtes nahezu unsichtbar machen. Beobachtungen im Infraroten sind hier jedoch weiterhin möglich. Zudem sind viele der heute sichtbaren Sterne sehr helle und junge Sterne, die aber nur einen kleinen Teil der tatsächlich vorhandenen Sterne einer Galaxie ausmachen dürften. Die älteren und kühleren Sterne strahlen die meiste Energie im infraroten Bereich ab und sind so ideale Beobachtungsobjekte für Infrarot-Beobachtungen. "Infrarot-Beobachtungen geben uns die Möglichkeit Dinge über Galaxien zu erfahren, die wir vorher nicht sehen konnten", meinte Jay Frogel, ein weiterer Astronom aus Ohio. "Wir bekommen so ein viel deutlicheres Bild, wie Galaxien wirklich aussehen."

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